Was war los im Casino Hohensyburg?
März 06, 2009, Lisa Horn

Die Pokerszene ist in Aufruhr – beim „Dortmund Classic III" Turnier soll das Casino - laut Aussagen von Spielern - Rebuys einbehalten haben. Die Turnierteilnehmer/innen hatten den Verdacht, daß etwas nicht stimmen könne und rechneten nach. Das hat eine hitzige Diskussion in den Pokerforen ausgelöst – denn Hohensyburg dürfte kein Einzelfall sein.
Poker-Portale, Foren und sogar Tageszeitungen pfeifen es wie Spatzen von den Dächern: Was passierte mit dem Preisgeld? Denn für die Teilnehmer/innen schien es auffällig wenig Preisgeld zu sein. Hatte sich das Casino verrechnet? Denn so konnte es nicht stimmen. Reklamationen und Nachfragen der Spieler/innen wurden abgewiesen, man könne nicht im Detail Auskunft geben wie viele Buy-Ins gemacht wurden bzw. Rebuys in Anspruch genommen wurden. Das würde dem Datenschutz widersprechen.
Und so mussten die Teilnehmer/innen selbst nachrechnen…es stellte sich heraus, dass sich rund € 3000,- zu wenig im Preispool befänden. Das Casino kam ins Schwitzen, es musste eine Entscheidung getroffen werden. Das Preisgeld wurde um die fehlenden € 3000,- aufgestockt, doch das konnte auch nicht mehr helfen, einen mittleren Skandal zu verhindern. Denn die Aufstockung soll in „Stillschweigen" vorgenommen worden sein.
Und jetzt füllen sich Foren mit dem Thema, es wird heiß diskutiert wie so etwas überhaupt passieren kann und vor allem stellt sich die Frage: Ist Hohensyburg ein Einzelfall? Glaubt man den Forumseinträgen wäre es ein klares „Nein" auch dem Casino Bad Oeynhausen wirft man ähnliche „Praktiken" vor. Beide Casinos sind Teil der WestSpiel Casino-Gruppe. Doch von dort kommt eisernes Schweigen.
Endlich, nach zwei Tagen heißer Diskussion und Gerüchten, eine Stellungnahme des Casinos. Und darin heißt es: Man habe das „Dortmund Classic III" Turnier ordnungsgemäß durchgeführt. Die Turniersoftware würde eine lückenlose Dokumentation sicherstellen – das wäre bei allen Turnieren so. Diese würde die Spielerdaten erfassen und alle wichtigen Daten wie Anzahl der Spieler, Anzahl der Buy Ins, Rebuys und Add Ons, Gesamtbestand der Spielchips über Monitor und Großbildleinwände anzeigen.
Im Falle des „Dortmund Classic III" Turniers wäre eine falsche Eingabe in diese Software getätigt worden. Nach der Rückkehr des Turnierleiters Thorsten Kartzinski (er hatte sich in einer Pause befunden) wurde der Fehler bemerkt und korrigiert. Das Casino würde sich entschuldigen, wenn dadurch die Turnierteilnehmer/innen verunsichert worden wären. Die Anzeige auf den Monitoren soll in Zukunft „zeitnah" aktualisiert werden. Jegliche Vorwürfe der Sachverhaltsverzerrung und Verschleierung würde man zurückweisen. Schließlich handle es sich hier um Datenschutz.
Für PokerNews ist diese Pressemitteilung wenig zufriedenstellend. Daher haben wir uns sowohl an Thorsten Kartzinski, als auch Pressesprecherin Katrin Koch gewandt.
Wir wollten wissen, warum man sich nur auf ein automatisiertes System stütze?
Warum wurde der Fehler erst bemerkt, als die Spieler/innen schon darauf hingewiesen hatten?
Ob es möglich wäre die Software zu manipulieren und wer Zugang zu dieser hätte?
Gibt es Konsequenzen, die aus diesem Fall gezogen würden?
Warum man mit dem Datenschutz argumentiere, wenn es um eine Anzahlliste ginge und nicht um eine Liste mit Personennamen.
Bis dato haben wir weder von Thorsten Kartzinski noch von Pressesprecherin Katrin Koch eine Stellungnahme erhalten… In diesem Sinne verbleibt PokerNews in der Hoffnung einer baldigen Antwort. Denn Fälle wie dieser schaden dem Poker-Image gehörig.
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