Dave "The Devilfish" Ulliott ist eines der bekanntesten Gesichter in der Pokerszene und kann auf viele Turniererfolge verweisen. Mit einem WSOP Bracelet, einer WPT Trophäe und den "Late Night Poker" Titel führt er mit seinen Erfolgen die UK Turnierliste an. Hat er einen großen Stack ist er einer der gefährlichsten Spieler der Welt. Der Devilfish hatte einen fantastischen Start ins Jahr 2009, wo er zwei Turniere gewann und bei der EPT Deauville in den Geldrängen landete.
Wenn man ihn zu seinen aktuellen Lauf befragt, sagt er: „No-limit hold'em ist eine Spielart, die mir im Moment ganz besonders liegt. Ich habe einen guten Lauf, und gewinne meine Coinflips. Man braucht sehr viel Glück um ein Turnier zu gewinnen, manche Leuten kriegen gute Karten und gewinnen trotzdem nicht, aber wenn ich gute Karten bekomme, gewinne ich auch das Turnier."
"Zuerst hab ich das Turnier in Irland gewonnen (das €750 Side Event der Irish Poker Championships und €33,000) und danach den Main Event der Euro Finals of Poker in Paris (€133,880). Ich habe wirklich gut gespielt und hatte einen guten Lauf bei der EPT Deauville (Platz 23 und €15,500) also werde ich das Eisen schmieden solange es heiß ist und weiter spielen. Unglücklicherweise habe ich mir den Finger gebrochen und seither auch nicht mehr gespielt."
Diese Ergebnisse haben Ulliott im Januar an die Spitze der European Poker Rankings katapultiert, was ihm einen guten Ausgangspunkt zum European Player of the Year gibt, aber wie wichtig ist so etwas schon für einen Spieler, der beim Poker selber viel gewinnt?
"Es war eine Schande wegen meinem Finger, weil ich ja an der Spitze der European Rankings war, aber seither bin ich etwas abgerutscht. Ich würde gerne den European Player of the Year Award heuer gewinnen, aber der Terminplan für die Ranglistenevents macht es einem schwer. Ich hab mir ein Event für diese Woche in UK angesehen, aber er ist ein £500 Main Event; wäre es ein £1,000 gewesen, hätte ich mitgespielt. Ich möchte Turniere mit höheren Buy-Ins spielen, wo ich viel gewinnen kann. Ich glaube ich werde den GUKPT Main Event in London spielen, und dann ins Bellagio zur WPT World Championship fahren und dann nach Monte Carlo zum EPT Grand Final."
Nicht so wie viele andere Spieler, ist sich Devilfish sicher, dass zum Pokern viel Glück dazu gehört und es viel mehr ausmacht als viele zugeben. Dies zeigt sich vor allem bei Studioaufzeichnungen für TV Turnieren, da Devilfish hier durch einen Bad Beat ausscheidet.
"Vielleicht liegt es daran, dass ich die erste 'Late Night Poker' gewonnen habe", so Ulliott, "dass ich dadurch im Moment nicht soviel Glück habe. Mit dem schnellen Ansteigen der Blinds bei TV-Turnieren bringen die Produzenten soviel Action rein und jeder Spieler muss schon früh seine Blinds verteidigen. Auch wenn es gut läuft und du Chipleader bist, bist du nur drei Hände davon entfernt broke zu gehen, also brauchst du am Ende viel Glück."
In UK, wo diese TV Turniere sehr beliebt sind ist Devilfish genauso bekannt, wie Phil Hellmuth oder Doyle Brunson in Amerika. Natürlich wollen dann viele bei Turnieren in Europa gegen ihn spielen. „Jeder will mich aus dem Turnier nehmen, das ist gut wenn ich eine starke Hand habe, aber mit schwachen Karten will ich nicht gegen diese Spieler ankämpfen. Um Ihnen ein Besipiel zu geben, was ich meine – Ich spielte kürzlich gegen einen jungen Skandinavier und hatte Zwei Paar. Ich setzte und er callte ohne etwas getroffen zu haben und ohne Draw. Am Turn hatte er immer noch nichts und ich setzte wieder und er callte nochmals. Am River war die Wahrscheinlichkeit auf einen fertigen Draw sehr hoch und er machte einen Riesen-Einsatz und das war einfach nicht zu callen. Also foldete ich und er zeigte mir seinen Bluff als wäre er der cleverste Bursche der Welt. Er hatte keine Ahnung wie viel Glück er hatte, dass genau diese eine Runner-Runner Kombination gekommen ist, gegen die ich nicht spielen wollte. Er hat mir damit nur einen armseligen Move gegen mich gezeigt. Aber es war gut für mich, dass er mir seine Hand gezeigt hatte."
So viele junge Spieler der Online Generation wollten sich schon mit ihm anlegen, aber Ulliott hat immer einen exzellenten Blickwinkel auf das Spiel. Was denkt er darüber, dass Poker immer härter wird? "Es gibt kein „dead money" mehr bei den heutigen Turnieren", sagt Ulliott, "und wenn es eines gibt, gewinnen sie es, oder werfen mich aus dem Turnier. Viele Finaltische heutzutage sind voll mit „dead money" – wie wir es nennen. An jedem Tisch sitzen bis zu fünf Onlinequalifikanten. Aber es gibt wenig „dead money" bei den Turnieren heutzutage."
Der Devilfish ist von Anfang an dabei und hat den Pokerboom miterlebt und er ist sicher einer, der vom Pokerboom viel profitiert hat, denn er hat sich erst in den letzten Jahren seinen Status entwickelt. So hat Poker schon seine Spitze erreicht? Dazu meint Ulliott: "Poker ist nicht Darts oder Fußball, Poker ist ein Spiel, bei dem jeder die Chance hat zu gewinnen – groß zu gewinnen und zwar unabhängig von Alter, Gewicht, Intelligenz etc. Es gibt viele Leute, die sehr viel Geld auf der Bank haben, die nicht so schlau sind und sicher ohne Poker nicht so viel Geld hätten. Es ist nicht wie bei Blackjack oder eine Pferderennen, wo man gesperrt werden kann, so wie ich, oder von Buchmachern und Casinos weil man zuviel gewonnen hat. Eim Poker kannst du 24/7 gewinnen und niemand wird sich darüber beschweren, da man es ja gegen andere Leute spielt und nicht gegen das Haus. Aus diesen Gründen wird Poker immer gespielt werden."
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