Poker gilt in Tirol als juristisch umstritten
März 06, 2009, Lisa Horn

Card-Casinos in Innsbruck und Tirol stehen in der Schusslinie der Staatsanwaltschaft – es wird geprüft ob man hier illegales Glücksspiel betreibe. Dabei verfügen die Card-Casino Betreiber über einen Gewerbeschein, der sie berechtigt Kartenspiele ohne Bankhalter durchzuführen.
In Wien gilt Concord Card Casino Gründer Peter Zanoni als Vorreiter, er hat schon zahlreiche Gerichtsverfahren durchfechten müssen. Denn Poker bewegt sich in Österreich in einer juristischen Grauzone. Mit dem Gewerbe für Kartenspiele ohne Bankhalter kann man das Glücksspiel-Monopol umschiffen, dennoch ist man vor Razzien oder dem Verdacht auf illegales Glücksspiel nicht gefeit. Zuletzt geschehen in Tirol.
Laut Tiroler Tageszeitung hat die Polizei mehrere Poker-Lokalitäten im Visier und prüft deren rechtliche Grundlage. Staatsanwalt Wilfried Siegele meint gegenüber der Tiroler Tageszeitung: „Gegen den Betreiber eines derartigen Casinos wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des illegalen Glücksspiels eingeleitet. Das Verfahren ist aber noch nicht abgeschlossen." Dabei handelt es sich nicht nur um Card-Casinos, sondern auch um Poker-Vereine.
Auch der Polizeijurist Peter Öhm nimmt die Kontrollen sehr ernst und streng, man würde den Veranstaltern genau auf die Finger sehen und im gegebenen Fall die Staatsanwaltschaft einschalten.
Interessantes Detail am Rande: meist sind es die Pokerspieler selbst, die Anzeige erstatten. Weil sie sich ungerecht behandelt fühlen oder einfach nur verloren haben. Das klingt paradox, ist aber nicht nur ein Tiroler Phänomen. Seriöse Card-Casinos und Pokersport-Vereine sind bemüht, ihre Spieler nicht sich selbst zu überlassen. Dafür gibt es Dealer und Floor-Personal. Aber was nützt es, wenn jemand auf jede Karte setzt und sich dann wundert verloren zu haben? In so einem Fall wird gerne die Schuld auf die Betreiber oder Veranstalter geschoben, obwohl die am wenigsten dafür können.
Und so kommt es dann zu Anzeigen, Razzien und Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft. Im Fall von Tirol wird sich zeigen ob die Beschuldigungen auf illegales Glücksspiel halten, oder sich herausstellt, dass man hier eine harmlose Pokerrunde gesprengt hat.
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