Aus der Geschichte des Pokers: Amarillo Slim's Super Bowl des Pokers, Teil I
März 07, 2009, Storms Reback

Es gab einmal Zeiten, da waren Turniere mit einem Buy-In von $10.000 so selten wie Schneestürme in Las Vegas. In den Jahren 1972 bis 1978 war das Main Event der WSOP das einzige Turnier der Welt mit einem Buy-In in dieser Höhe.
"Es gab keine anderen wichtigen Poker Turniere, als die WSOP" erklärte Mike Sexton. „Die WSOP war das einzige Turnier (mit einem solch hohen Buy-In), welches zu dieser Zeit existierte".
"Amarillo Slim", der World Champion des Jahres 1972, erkannte die lukrative Chance und entschied sich Ende der 70'er ein neues Turnier zu erschaffen. Es wählte einen Namen, welcher sowohl beeindruckend, als auch grandios war – Amarillo Slim's Super Bowl of Poker. Die Idee zu dem Turnier zu haben war noch der einfache Teil, die Umsetzung und die Veranstaltung an sich, waren da schon etwas schwieriger, aber Preston war genau der richtige Mann für diesen Job. Er gehörte zu den ansehnlichsten und charismatischsten Spielern der ganzen Pokerszene und nutzte außerdem seine Verbindungen und seinen Charme und schaffte es, daß das erste Turnier im Februar 1979 startete.
"Die World Series of Poker war so erfolgreich, daß jeder mehr, als ein Event haben wollte" erinnerte sich Preston " deshalb begab ich mich zu Barron Hilton und veranstaltete mein erstes Turnier im Hilton Hotel hier in Las Vegas".
Er nutzte das bewährte Modell der WSOP und veranstaltete bei seinem ersten Pokerfestival insgesamt 11 Turniere, nur eins weniger, als bei der drei Monate später stattfindenden WSOP. Alle bekannten Spieler der Pokerszene nahmen daran teil, dazu gehörten unter anderem solche bekannten Namen, wie Johnny Moss, Bobby Baldwin, Chip Reese und Doyle Brunson.
"Alle großen Spieler dieser Zeit nahmen teil" sagte Sexton. "Unter den bekannten Spielern, war dieses Turnier sehr beliebt. Alle kamen um teilzunehmen".
Der nicht wirklich bekannt gewordene Gewinner des ersten Turniers, war George Huber, welcher sein erstes Bracelet bei der WSOP im Jahr 1977 gewonnen hatte. Er bekam für seinen Sieg ein Preisgeld in Höhe von $150.000 und ein Paar handgemachte Cowboy-Stiefel im Wert von $3.000. Im folgenden Jahr setzte Slim diese Tradition fort und schenkte den Champions zusätzlich immer noch spezielle Preise, welche im Laufe der Jahre immer kostspieliger wurden.
"In einem Jahr verschenkte ich einen DeLorean" erinnert er sich "ein anderes Mal verschenkte ich einen 1935 Auburn Boattail Speedster. In einem anderen Jahr verschenkte ich einen Jeep, einen Coleman Anhänger und die gesamte Campingausrüstung dazu".
Das erste Pokerfestival von Preston war ein voller Erfolg, aber schon nach einem Jahr, gab es die ersten Probleme – das (Las Vegas) Hilton schloss seinen Poker-Room. "Barron stellte Slots in den ehemaligen Poker-Rooms, deshalb beschloss ich das Turnier im nächsten Jahr im Sahara Reno zu veranstalten.
Der Umzug in die Berge im Jahr 1980 erwies sich für sehr vorteilhaft für Gabe Kaplan, den ehemaligen Star der TV-Serie "Welcome Back, Kotter". In der letzten Hand des ersten Tages des Main Events, floppte Kaplan ein Set 7'er in einer Hand gegen Ray Zee, ein High Stakes Cash Game Spieler, welcher das Buch
High-Low Split Poker, Seven-Card Stud and Omaha Eight-or-Better for Advanced Players schrieb. Kaplan war mit seinem Set 7'er überaus glücklich in diesem Moment, aber Zee war noch etwas glücklicher, er hatte nämlich ein Set Asse gefloppt und ging All-In. Kaplan callte und war sehr erstaunt, als er die Karten seines Gegners sah, aber nicht all zu lange, da auf dem Turn eine weitere 7 kam. Nach dem Gewinn dieser Hand, lag Kaplan ein Stück vor Zee und Sam Moon und schaffte es letztendlich das Turnier und den Titel am nächsten Tag zu gewinnen.
Zusätzlich zum Preisgeld in Höhe von $190.000 erhielt Kaplan einen neuen Pokal, welcher so groß war, daß die Bracelets bei der WSOP irgendwie lächerlich aussahen. Diesen Pokal bekam ab diesem Turnier jeder Gewinner des Main Events.
Kaplan's Sieg katapultierte ihn für kurze Zeit in den Poker-Olymp der Poker Pro Szene. Während der Jahre 1982 bis 1985 schnitt Kaplan beim SuperBowl of Poker sehr gut ab, saß vier Mal am Final Table und gewann 2 Events.
Im Jahr 1981 kehrte der Super Bowl ins Sahara Reno zurück, es sollte aber das letzte Jahr in dieser Location sein. Als die Hilton Hotel Cooperation das Casino kaufte, musste sich Preston erneut überlegen, wohin er umziehen sollte, wobei es aber nicht lange dauerte, bis er eine adäquate Location fand.
"Nach dem Kauf des Sahara Reno, hatten sie die Absicht mich in den Büroräumen der Firma einzuquartieren" sagte Slim " deshalb zog ich mit dem Turnier ins Sahara (Tahoe and High Sierra Resorts) nach Lake Tahoe um".
Zu diesem Zeitpunkt war das Turnier bereits sehr von der Person seines Erfinders abhängig.
An diesem Punkt seiner Existenz hatte das Turnier bereits angefangen, die Identität seines Schöpfers anzunehmen – ein Mann, welcher sich während seines Lebens ständig in Bewegung befand und immer wieder etwas Neues ausprobieren musste. Obwohl die Location mehrmals gewechselt wurde, schaffte es das Pokerfestival in den frühen 80'ern fast genau so viele Turniere anbieten zu können, wie die WSOP. Die Teilnehmerzahlen und dadurch bedingt auch der Preispool, waren allerdings nicht so hoch wie bei der WSOP. Während Tom McEvoy im Jahr 1983 für seinen Sieg bei der WSOP ein Preisgeld in Höhe von $540.000 erhielt, bekam Hans "Tuna" Lund für seinen Sieg beim SuperBowl im Jahr 1983 nur ein Preisgeld in Höhe von $275.000.
Slim versuchte dafür einen Ausgleich zu schaffen und sorgte für eine sehr hohe Auszahlung der Top-Platzierungen. In den ersten 5 Jahren seines Events, zahlte er nur die ersten 3. Plätze aus".
"Amarillo Slim war jahrelang der Einzige, welcher nur an die ersten Drei im Turnier ein Preisgeld zahlte" sagte Sexton " Er zahlte 60 Prozent für den 1.Platz, 30 Prozent für den 2. Platz und 10 Prozent für den 3. Platz. Das war sein Markenzeichen".
"Genau so sollte es sein" sagte Slim. "Ich blieb solange bei 60-30-10, bis die Teilnehmerzahl so groß wurde, daß man einfach an mehr Spieler Preisgelder bezahlen musste".
Die Tage als die Teilnehmerzahlen von Slims Pokerfestival anfingen mit den Teilnehmeranzahlen der World Series of Poker zu konkurrieren, waren die besten Zeiten von Amarillo Slim's Super Bowl of Poker, eine Zeit, welche rückblickend, insgesamt etwas zu kurz ausgefallen war".
Editor's Note: Storms Reback war der Co-Autor von All In: The (Almost) Entirely True Story of the World Series of Poker und arbeitete mit Sam Farha zusammen an dem Buch Farha on Omaha: Expert Strategy for Beating Cash Games and Tournaments.Seine Kolumne, welche sich mit den schillernden Momenten der Pokergeschichte beschäftigt, erscheint regelmäßig bei PokerNews.
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