Aus der Geschichte des Pokers: Amarillo Slim's Super Bowl des Pokers, Teil II
März 14, 2009, Storms Reback

In der Mitte des Jahres 1980 war Amarillo Slim's Super Bowl of Poker fest als das weltweit zweitgrößte Pokerevent etabliert. Die Teilnehmeranzahl war im Jahr 1984 so hoch, daß Slim die Regelung mit den Preisgeldern für die TOP 3 nun ändern musste. Im Jahr 1984 erhielten deshalb die Top 6 Spieler Preisgelder, wobei in diesem Jahr Stu Unger das Turnier gewann, wofür er ein Preisgeld in Höhe von $275.000 erhielt. Da nun ein zweifacher World Champion den Super Bowl of Poker gewonnen hatte stieg das Ansehen des Turniers enorm, war jedoch noch weit davon entfernt, den Status der WSOP als World Championship Event des Pokers zu gefährden.
Das Turnier hatte das grundsätzliche Problem, daß es keinen festen Austragungsort gab und keine genaue jährliche Terminplanung zur Verfügung gestellt wurde. Die professionellen Spieler wussten alle, daß die WSOP jedes Jahr im Binion's Horseshoe stattfindet, hatten aber keine Ahnung, wo der Super Bowl of Poker letztendlich stattfinden würde. Diese Unklarheiten waren für die weitere Entwicklung des Turniers natürlich nicht wirklich förderlich. Während die World Series of Poker jedes Jahr ein wenig weiter wuchs, stagnierte die Entwicklung des Super Bowl of Poker.
Entsprechend der Vorgehensweise in den bereits vergangenen Jahren, blieb das Turnier nur einige Jahre im Sahara Tahoe, bevor Slim entschied ins Caesars zu wechseln. Es war schon vorher abzusehen, daß auch dieser Austragungsort bald wieder gewechselt werden würde. "Ich hatte einige Probleme mit dem General Manager und so übte ich ein wenig Druck auf ihn aus" erklärte Slim. "Er sagte mir, daß ich sowieso nicht in der Lage wäre etwas Positives für das Caesars zu tun, aber er lag mit seiner Aussage wohl falsch. Im nächsten Jahr wechselte ich dann in das Caesars Palace nach Las Vegas."
Nach seiner Rückkehr in die Wüste, blieb das Turnier eine längere Zeit dem gleichen Austragungsort treu. Die neu gefundene Stabilität hatte eine positive Auswirkung auf die Teilnehmeranzahl. Zwischen 1985 und 1989 nahmen genügend Teilnehmer an dem Turnier teil, um Preisgelder an die Top 7 zu zahlen. Obwohl mehr Teilnehmer spielten, gewann der Champion nie mehr als $220.000, während der WSOP Champ zur gleichen Zeit ein Preisgeld von fast einer halben Million Dollar erhielt.
Und wieder war es Stu Unger, welcher wieder neuen Schwung in Slim's Turnier brachte. Er gewann das WSOP Main Event im Jahr 1988 und im Jahr 1989 erneut, eine Leistung, welche danach nie wieder erreicht wurde. "Kein Gewinner eines WSOP Main Events außer Stu Unger hat jemals den Super Bowl of Poker gewonnen", erklärt Sexton, "und er hat beide Turniere jeweils drei Mal gewonnen. Eine einfach unglaubliche Leistung, das können sie mir glauben."
Die allgemeine Aufmerksamkeit, welche das Turnier durch die Siege von Stu Ungar erhielt, hatte ihren Höhepunkt im Jahr 1990, als nach Slims Aussagen "über 1800" Spieler in 14 Events gegeneinander antraten. In diesem Jahr saßen Chip Reese, T.J. Cloutier und drei World Champions (Hamid Dastmalchi, Jack Keller und Stu Ungar) am Final Table des SBoP Main Events. Cloutier besiegte damals Keller im Heads-Up, wofür er ein Preisgeld in Höhe von $240.000 erhielt.
Als es schon fast so aussah, als hätte der SBoP ein festes Heim im Caesars Palace in Las Vegas gefunden, musste der Austragungsort erneut geändert werden. Diesmal kam der Anstoß allerdings nicht von Slim, sondern war durch die etwas unglückliche Marktposition des Caesars bedingt – das Caesars war zu dieser Zeit nicht in der Lage mit dem neu eröffneten Mirage zu konkurrieren, wurde der Entschluss gefasst den eigenen Poker-Room zu schließen. Da er nun dringend einen Austragungsort für den SBoP im nächsten Jahr benötigte, entschloss er sich das Casino auszuwählen, welches ihm das beste Angebot machte, das Flamingo Hilton in Laughlin/Nevada.
"Die benötigten zu diesem Zeitpunkt etwas extra Werbung", erklärt Slim. "Das war der erste Austragungsort, welcher nicht gut war. Es tobte gerade der Golf Krieg und niemand wollte dort hin fliegen. Man musste nach Las Vegas fliegen, sich ein Auto mieten und 125 Meilen fahren, da kam nicht viel zusammen."
Während Slim die schlechten Ergebnisse des SBoP auf die Anreise zurückführte, machte T.J. Cloutier den Austragungsort für Imageverluste verantwortlich. "In diesen Tagen, gab es in Laughlin nichts", sagte er. "Dort waren nur alte Leute und man konnte nichts unternehmen. Es gab zwar einen kleinen Golfplatz in der Nähe des Flusses, es war aber viel zu heiß um zu spielen. In dem Jahr, in welchem wir dort waren, herrschte eine Affenhitze. Wer will schon bei 115 Grad/Fahrenheit raus gehen? Es war einfach nur ein absoluter Flop, niemand wollte mitmachen. Es war ein sehr kleines Turnier. Ich glaube wir haben an nur 2 Tischen gespielt."
Tatsächlich hatten in diesem Jahr nur 12 Spieler am Main Event teilgenommen und der Champion Jack Keller erhielt nur ein Preisgeld in Höhe von $52.250. Die niedrige Teilnehmeranzahl leitete das Ende des SBoP ein.
"Slim hatte immer noch Hoffnung und das war das Problem" sagte Sexton. "Er hatte den besten Deal mit Laughlin und deswegen blieb er dort, aber das war nicht die richtige Entscheidung für das Turnier und dadurch versetzte er dem SBoP den Todesstoß. Das Turnier ging zugrunde, weil es nicht mehr in einem der großen Casinos ausgetragen wurde."
Wenn Slim darüber traurig war, daß das Turnier, welches er vor 13 Jahren ins Leben gerufen hatte, nun eingestellt wurde, dann zeigte er es nicht wirklich: "Ich habe meine Schäfchen im Trockenen. Ich muss eigentlich nicht mehr arbeiten".
Anmerkung der Redaktion: Storms Reback war der Co-Autor von All In: The (Almost) Entirely True Story of the World Series of Poker und arbeitete mit Sam Farha zusammen an dem Buch Farha on Omaha: Expert Strategy for Beating Cash Games and Tournaments. Seine Kolumne, welche sich mit den schillernden Momenten der Pokergeschichte beschäftigt, erscheint regelmäßig bei PokerNews.com.
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