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Politik und Poker: Neuer Handelsminister ist ein Poker Gegner

Die Hoffnungen der Online Gaming Anbieter auf eine Außerkraftsetzung des 2006 Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) haben einen kleinen Dämpfer erhalten, da der neue US-Präsident Obama, verkündete, dass der umstrittene Gouverneur von New Mexiko Bill Patterson ausgetauscht wird und aufgefordert wurde von seinem Posten als Handelsminister zurück zu treten. Richardson wird durch den konservativen republikanischen Senator Judd Gregg aus New Hampshire ersetzt.

Senator Gregg ist dafür bekannt ein überzeugter Glücksspielgegner zu sein und hatte sich maßgeblich für die Einführung des UIGEA und den Safe Port Act eingesetzt. Im Jahr 1995 stimmte er bei einer Abstimmung für die Schließung des Regierungsministeriums (Handel) welches er nun leiten wird?

Das Standing der Gaming Union ist nicht allzu stark. Der UIGEA wird vielleicht früher oder später überarbeitet werden, aber momentan richtet sich das Interesse sowieso eher auf das Konjunkturhilfe-Paket, welches vom Kongress eingeführt wird. Dem US-Budget fehlen Milliarden Dollar und der momentane Wegfall von Arbeitsplätzen wirkt sich nun auf die lokale Beschäftigungssituation und die Gesundheitsdienste aus.

Einfach ausgedrückt, die einzelnen US-Staaten sind finanziell ausgeblutet und benötigen dringend Geld. In Kalifornien werden Lotterie-Gewinner und Steuerrückzahlungen in Form von Schuldscheinen ausgezahlt, wobei man davon ausgehen kann, daß dies bald auch für den Lohn vieler Staatsangestellter der Fall sein wird. Die Staaten werden wohl bald rigorose Maßnahmen ergreifen, um Geld in die Kassen zu bekommen. Vor einigen Tagen haben diverse Bundes-Staaten bei ihren Nachbarstaaten angefragt, ob zukünftig eine grenzüberschreitende Verfolgung von Steuerflüchtlingen eingerichtet werden könnte.

Massachusetts hat bei Einzelhandelsunternehmen im Nachbarstaat New Hampshire angefragt, ob diese nicht endlich bereit wären, ihre 5% Umsatzsteuerschulden zu bezahlen, indianische Betreiber von Glücksspielen sind nicht länger steuerbefreit und die Casinofirma Station Casinos, hat Insolvenz angemeldet, wodurch MGM ebenfalls in eine schwierige Situation gerät.

Senator Gregg steht nicht auf der Seite der Online Gaming Branche - dies ist auf jeden Fall klar. Die Formulierungen in dem Gesetz zur Konjunkturankurbelung haben bei den Börsen in Europa und Asien für schlechte Stimmung gesorgt und könnten im schlimmsten Fall sogar kontraproduktiv sein. Jeder ist unsicher was zukünftig noch kommen wird.

Ein Helfer von Gregg hatte fragwürdige Beziehungen zu dem Lobbyisten Jack Abramoff. Abramoff , welcher zurzeit inhaftiert ist. Gregg war die Schlüsselfigur im Bezug auf die Casino Gaming Sonderrechte der Indianer und war in die Gambling-Streitfrage involviert, welche sich auf John McCain und seine Unterstützer im Wahlkampf letztendlich sehr negativ ausgewirkt hatte. Wenn sich herausstellen sollte, daß Gregg Live-Casinos gegenüber Internet Gambling bevorzugt, könnte dies für die gesamte Branche sehr schädlich sein.
Eine Auswahl, welche auf den ersten Blick einfach keinen Sinn macht. Die Demokraten im Senat freuten sich schon darauf, daß der Demokrat aus New Hampshire nun als 60. demokratisches Mitglied in den Senat einzieht und ihnen damit eine deutliche Mehrheit im Senat garantiert. Gouverneur John Lynch hat kein Interesse an politischen Spielchen. Er hat bereits bekannt gegeben den Republikaner Gregg durch einen anderen Republikaner zu ersetzen, dafür hat er auch schon eine Person ausgewählt, Bonnie Newmann, eine Geschäftsfrau und ehemalige Regierungsbeamtin, welche seinen Platz einnehmen wird, sobald der Austausch bestätigt wurde. Dies wäre dann der dritte Republikaner in Obamas Kabinett und macht dieses Kabinett zum größten zweiparteilichen Kabinett seit 100 Jahren.

Senator Gregg befindet sich sicherlich nicht auf dem absteigenden Ast. Gregg stieg im Senat sehr schnell auf und war Vorsitzender des machtvollen Budget Ausschusses und dem Unterausschuss zur Mittelzuteilung für die Homeland Security. Obwohl nun in der Minderheit, ist er der führende Republikaner im Budget Ausschuss.
Der Leiter der demokratischen Mehrheit im Senat, Harry Reid, sieht Gregg als eine Art Basketball-Spieler, welcher in ein Spiel geschickt wird um sich mit den Ellenbogen einen Weg zu ebenen und die gegnerischen Spieler kräftig aufzumischen. Und Obama will diese Ellenbogen wohl in seinem Team einsetzen.

Der ehemalige NH Gouverneur John Sununu sagte: "Wir haben immer größer werdende finanzielle Lücken in unserem Gesundheitswesen und in unserem Sozialsystem und Gregg ist jederzeit bereit sich mit diesen Problemen zu beschäftigen, ohne Rücksicht auf die herrschende Politik, da er weiss, wie wichtig die finanzielle Stabilität für die Zukunft des Landes ist".

Der Sprecher des Weißen Hauses scherzte, daß Gregg vielleicht mal mit dem Präsidenten, seinen Helfern und Unterstützern Basketball spielen sollte. "Senator Gregg sieht aus, als würde bei ihm innen ein eigenes Spiel ablaufen" sagte Gibbs.

Dann hoffen wir mal, daß diese Ellenbogen zum Ende des UIGEA beitragen werden.

Editor's note: Der Kolumnist Denis Campbell präsentiert uns einen unabhängigen und fachmännischen Einblick in die politische Szene im Bezug auf Poker. Campbell hatte in der Vergangenheit eng mit den Regierungsministern unter Carter & Clinton, Botschaftern und Mitgliedern des Kongresses zusammengearbeitet. Er schrieb politische Kommentare über US & UK politische Angelegenheiten für BBC und die Huffington Post und ist aktuell Chefredakteur des englischen Progressive Magazins. Hier verrät uns Denis sein Insiderwissen im Bezug auf Poker in der Politik. Die Meinung von Denis gibt nicht notwendigerweise die Meinung von PokerNews wieder.

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