Zu den ersten Pokertiteln, welche im neuen Jahr erschienen sind, gehört die neue Edition von "Internet Texas Holdem" des Pokerspielers und Autors Matthew Hilger. (Hier finden Sie eine Buchrezension über Matthews Hilger's Buch "Texas Hold'em Chancen und Wahrscheinlichkeiten".)
Ursprünglich erschien das Buch im Jahr 2003 und nun bietet er seinen Lesern mit dieser umfangreich überarbeiteten Poker Strategie Anleitung eine großartige Einführung in Fixed Limit Holdem, außerdem wendet er sich mit seinen klaren und verständlichen erweiterten Konzepten auch an erfahrenere Spieler.
Hilger's erweiterte Edition wurde mit 100 Seiten neuem Material ergänzt und trägt nun den Untertitel "Gewinnerstrategien für Full-Ring und Short-Handed Games". Ein zusätzliches Kapitel beschäftigt sich mit dem Spiel bei Multi-Way Pötten am Flop, zwei weitere zusätzliche Kapitel beschäftigen sich mit dem Short-Handed Spiel. Hilger hat die "Einführung ins Internet Poker" überarbeitet und hat unzählige weitere Anpassungen im Buch vorgenommen, um sicher zu stellen, daß die aktuellen Änderungen des Spielstils im Internet berücksichtigt wurden. Das Ergebnis ist ein interessantes Buch, in welchem Sie hilfreiche Tipps finden, wie Sie im Jahr 2009 Limit Holdem Online (in den kleinen und mittleren Limits) erfolgreich spielen.
Hilger klärt schon sehr früh darüber auf, daß seine Strategie-Tipps sich auf den "typischen Gegenspieler" beziehen, wobei der Autor allerdings auch auf diverse Abweichungen von der Norm beim Spielen an LHE Tischen eingeht. Der Aufbau der neuen Ausgabe, ist genauso durchdacht, wie bei der alten Ausgabe. Das Buch startet mit Kapiteln, welche sich mit den grundsätzlichen "Poker-Konzepten" (Wahrscheinlichkeiten und Odds, Bluffing, Raising, Check-Raising u.s.w) beschäftigt. Dann kommt ein Kapitel mit Tipps zu Starthänden, welches in zwei Teile getrennt wurde. Ein Teil wendet sich an Anfänger, der andere Teil an fortgeschrittene Spieler (mit den entsprechenden Starthänden-Tabellen), danach beschäftigt er sich mit einigen "Erweiterten Konzepten" und geht auf diverse Szenarios ein, in welchen es sinnvoller und profitabler sein könnte, mehr Hände zu spielen.
Als nächstes folgen Abschnitte, welche sich mit den Entscheidungen beschäftigen, die man am Flop, am Turn oder am River treffen muss. In diesen Abschnitten macht Hilgers einen besonders guten Job, er wiegt die Alternativen aus und vermeidet oberflächliche Dogmatik, indem er Ratschläge gibt, welche universell auf viele der Variablen, welche für die jeweiligen Entscheidungen verantwortlich sind, angewendet werden können. Wie auch bei seinem restlichen Buch, interpunktiert Hilger die Kapitel mit kurzen "Kapitel Rückblicken", welche den Inhalt des jeweiligen Kapitels noch einmal kurz in einer übersichtlichen Bullet-List zusammenfassen. Die meisten Kapitel enden dann mit einem "Selbst-Test", bei welchem Beispielhände für die entsprechenden Konzepte des Kapitels vorgestellt werden und der Leser somit die Möglichkeit hat, die Tipps von Hilger gleich bei den jeweiligen Händen an zu wenden. Insgesamt befinden sich mehr als 250 Beispielhände in dem neuen Buch von Hilger (es wurden über 50 neue Handbeispiele hinzugefügt). Alle Hände stammen aus aktuellen Spielen, wobei die Limits der Hände bei $0.25/$0,50 beginnen und bei $30/$60 enden.
Das Buch endet dann mit einem kurzen Kapitel in welchem darauf eingegangen wird, wie man die unterschiedlichen Spielertypen unterscheidet, den beiden neuen Kapiteln über Short-Handed Play, einem Kapitel über Bankroll Management, einem Kapitel im Bezug auf Internet Poker, einer die Auswahl beim Internet Poker, einem Postskriptum mit Lektürenempfehlungen und einem Glossar.
Im Gegensatz zum Buchtitel, können die Tipps sowohl bei Live, als auch bei Online Games verwendet werden. Der Fokus dieses Buches liegt allerdings klar beim Online Poker. Die speziellen Tipps im Bezug auf Online Poker sind, wie schon bei der ersten Auflage, fett gedruckt und hervorgehoben. Um ein Beispiel zu geben – in einer Passage beschäftigt sich das Buch mit der Frage, ob (und wie) man seine Start-Hände Auswahl verändern muss, um für ein looseres Image zu sorgen. Hilger gibt hier unter anderem den Tipp, daß das Tisch Image online nicht so wichtig wäre, da sich die Gegenspieler oft noch mit anderen Dingen beschäftigen (z.B. Multi-Tabling) und/oder die Gegenspieler den Tisch viel öfters wechseln, als beim Live-Spiel.
Einige dieser Tipps findet man dann erneut in der überarbeiteten "Einführung ins Internet Poker", welche sich kurz vor Schluss des Buchs befindet, weiterhin findet man in diesem Kapitel weitere hilfreiche Informationen im Bezug auf die Unterschiede zwischen dem Online-Spiel und dem Live-Spiel. Er geht dort auf die Auswahl des Online Poker-Rooms, die Auswahl der Spiele, das Multi-Tabling und die Notwendigkeit von Spielernotizen ein. Außerdem findet man in diesem Kapitel eine ausführliche Diskussion über Online "Tells" (im speziellen "Time-Tells") und über die Wichtigkeit des Stack-Sizes (Viele der Tipps in diesem Kapitel sind nicht nur bei Limit Holdem anwendbar, sondern sind für andere Spielvarianten ebenfalls anwendbar).
Der größte Bonus in der neuen Ausgabe ist das zusätzliche Material, welches sich mit dem Short-Handed Spiel (oder 6-max.) beschäftigt. Diese Spielvariante ist online sehr populär geworden und in der Anleitung finden Sie Tipps, wie Sie Ihr Spiel anpassen müssen um bei dieser Variante erfolgreich zu spielen.
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Zu Beginn des Kapitels weist Hilger darauf hin, daß das Short-Handed Spiel nichts für schwache Nerven ist. Der sehr aggressive Spielstil, welchen Hilger hier empfiehlt, bedingt allerdings ein gutes Verständnis für Post-Flop Strategien und das richtige Temperament für diese Spielvariante.
Während Hilger's Starthandempfehlungen und die anderen Ratschläge für Full-Ring Spiele einen tighten (aber auch ausgewählt aggressiven) Spielstil vorschlagen, empfiehlt Hilger für Short-Hand Games einen loosen, aber konsequent aggressiven Spielstil. Er merkt auch an, daß man sich bei der Auswahl seines Spielstils immer an der Spielweise am Tisch und an der Spielweise der einzelnen Gegner orientieren sollte. Da online das Angebot an Spieltischen überaus hoch ist, empfiehlt Hilger, daß man sich die Mühe machen sollte speziell diese tight-passiven Tische zu suchen, um daran mit seinem loose-aggressiven Spielstil profitabel zu spielen. Er erklärt auch, wie man mit loose und/oder aggressiven Gegenspielern umgehen sollte. Diese Kapitel richten sich eher an erfahrene Spieler, obwohl auch Anfänger die klaren, effektiven Erklärungen im Bezug auf die Unterschiede zwischen Short-Handed und Full-Ring verstehen werden.
Insgesamt kann man sagen, daß Internet Texas Holdem sowohl für den Limit Holdem Spielanfänger, als auch für erfahrene Spieler geeignet ist. Durch die wichtigen Ergänzungen und Überarbeitungen ist dieses Buch sicherlich wesentlich aktueller und besser als das erste Buch.
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