2009 Poker am runden Tisch - Teil 5
Januar 07, 2009, John Caldwell und Haley Hintze

Anmerkung der Redaktion: PokerNews beginnt das Jahr damit, indem wir einige Branchenexperten über die Vergangenheit, die Gegenwart und natürlich über die Zukunft des Pokerns befragen. Die Meinungen der Experten werden Ihnen einen aktuellen Überblick über die Pokerszene verschaffen und wir werden versuchen, herauszufinden wie sich die Pokerszene im Jahr 2009 und in den Jahren danach weiterentwickeln wird. Wir möchten darauf hinweisen, daß die Meinungen der Poker-Experten nicht notwendigerweise die Meinung von PokerNews repräsentiert.
Zu unseren heutigen Fragen nehmen unter anderem folgende Experten Stellung: Matthew Parvis (Chefredakteur des "Bluff Magazine"), Pauly "Dr.Pauly" McGuire (der Autor des Tao of Poker Blogs und Redakteur beim "Bluff Magazin"), Nat Arem (Gründer von "PokerDB"), Matthew Savage (bekannter Turnierdirektor und Manager des Commerce Casino Poker-Rooms), Brian Basbough (der Gründer von Poker Royalty) und Barry Greenstein (High-Stakes Cash-Game und Turnierspieler, Mitglied Team PokerStars Pro)
Heutige Frage: Wenn Sie etwas an der WSOP 2009 verändern könnten – was wäre es?
Nat Arem: Ich hätte es gerne gesehen, wenn es für die Leute einfacher gewesen wäre, sich zu registrieren. Am besten wäre eine Online Registrierung, wobei ich nicht wirklich online, wie beim Online Poker, damit meine. Es gefällt mir schon ganz gut, daß es jedes Jahr einfacher wird. Optimal wäre es, wenn jeder nach der Registrierung sagen würde: "Ich stand nur 15 Minuten in der Warteschlange, guter Job Jungs". Ich verstehe aber trotz allem nicht, warum man solche Sachen nicht online abwickeln kann. Es wäre doch relativ einfach eine sichere Webseite zu erstellen, auf welcher man seine Bankverbindung eingibt und sich danach online registrieren kann. Es gibt doch schon einige E-Verifizierungssysteme. Ich weiss aber nicht genau, wie dies mit den Vorschriften zu vereinbaren wäre. Ich weiss auch nicht, ob es grundsätzlich möglich wäre, es wäre aber auch auf jeden Fall gut für die Teilnehmeranzahl, wenn sich die Leute Online registrieren könnten.
Matthew Parvis: Ein Live Final Table. Das ist das wichtigste Ding bei den Pokerproduktionen, dadurch würde sich das Game drastisch verändern.
Brian Balsbaugh: Harrah's hat in den letzten Jahren viele positive Veränderungen bei der WSOP durchgeführt und die WSOP an sich ist wesentlich besser, als sie noch vor einigen Jahren war. Wenn ich nun eine Änderung vornehmen könnte, würde ich dafür sorgen, daß weniger Bracelet-Events gespielt werden. Wenn ich mich mit einem unserer Spieler unterhalte, sagen diese daß der Wert eines Bracelet's gesunken ist. Ich verstehe, warum Harrahs so vorgeht, aber diese Vorgehensweise führt, dazu daß eine Menge Geld aus dem Pokerkreislauf abfließt. Die Fees von 55 Events werden gezahlt und das Geld fließt nicht in den Kreislauf zurück.
Barry Greenstein: Ich war gerade bei einem Meeting des WSOP Komitees, bei welchem wir uns über einige Veränderungen unterhalten hatten. Wir versuchen die WSOP jedes Jahr besser zu machen, indem wir über die Klagen des vorherigen Jahres diskutieren. Im letzten Jahr gab es mehr Beschwerden, als in den vorherigen Jahren. Wir haben also die Struktur und die Payouts angepasst und die Sache mit den Deals am Final Table geändert. Wir haben es geschafft eine Menge Probleme zu lösen. Ungefähr zur Halbzeit der WSOP sagte mir Jeffrey Pollack, daß die größten Beschwerden dieses Jahres, die Beschwerden über das Essen im Vip Bereich gewesen wären. Das zeigt, daß wir gute Arbeit geleistet hatten und daß es aber trotzdem noch einige kleine Probleme gibt, welche gelöst werden müssen. Ich denke, an diesem Punkt denken viele drüber nach, wie teuer es ist Poker zu spielen und an diesen Turnieren teilzunehmen. Wir alle hoffen, daß Harrahs genug Geld mit uns und den anderen Aktivitäten verdient, um genug Glücksspieler in ihre Casinos zu bringen, wo diese entsprechend Geld in den Kreislauf einbringen können. Das in den Kreislauf eingebrachte Geld, wurde im Laufe der letzten Jahre immer weniger und wir hoffen, daß sich diese Entwicklung wieder umkehren wird. Wir hoffen, daß wir zusätzliche Einnahmen durch Werbung erzielen können, wobei wir das zusätzliche Geld einsetzen möchten um die Qualität noch weiter zu verbessern.
Dr. Pauly: Den 9.November. Er war nur gut für Harrahs und ESPN. Ich denke eine einwöchige Pause, wie beim Superbowl, wäre effektiver, könnte aber ebenso den Schwung aus dem Main Event nehmen, die Dynamik, welche das Main Event so interessant macht – sich am Tag 1 einzukaufen und zwei Wochen später World Champion und Millionär zu sein.
Jeffrey Pollack: Wir arbeiten noch an Plänen für die WSOP 2009, es wird sicherlich wieder die eine oder andere Änderung geben, aber darauf möchten wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genauer eingehen. Ich denke, daß wir eine bessere Lösung im Bezug auf die Arbeit der Spieleragenten bei der WSOP benötigen. Es wird zuviel Business gemacht, während das Turnier bereits läuft. Wir möchten das Geschäft der Spieleragenten zu einem festen Business ausbauen. Wir wollen, daß die Spieler sich darauf verlassen können, daß mit ihren Agenten solide Geschäfte gemacht werden. Aber die Geschäfte dürfen sich nicht auf das eigentliche Turnierspiel auswirken, der Spielfluss oder die ESPN Übertragungen dürfen nicht beeinflusst werden. In diesem Bezug wird es sicherlich Änderungen geben.
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