
Meinungsermittlung, Ursachenfindung, Orientierungsmöglichkeit – das „Citizens Briefing Book" des gerade angelobten US-Präsdienten Barack Obama richtet sich an die US-Bürger und ihre Wünsche. Bis 18. Jänner konnten Vorschläge auf die Online-Plattform eingebracht werden – eine der großen Forderungen: die Aufhebung des Online-Pokerverbots in den USA. <br>
Mehr als 125.000 User hatten sich auf der Internet-Plattform „Citizens Briefing Book" angemeldet um ihre Wünsche zu äußern, die Obama in seiner Amtszeit realisieren soll bzw. in Angriff nehmen sollte. Mehr als 44.000 Ideen wurden eingetragen und von 1,4 Millionen Usern mit Punkten bewertet. Die besten Ideen werden nun zusammengeschrieben und gesammelt als das „Citizens Briefing Book" an Präsident Obama überreicht. <br>
Die Themen sind vielfältig - Wirtschaft, Soziales und Hilfe, Außenpolitik und tausend andere Vorschläge um das Land zu verändern oder etwas zu verbessern. <br>
Klickt man auf der Website auf die Hitliste, dann wird schnell klar – die Amerikaner fordern die Legalisierung von Marihuana – 92.970 Punkte bekam der Eintrag (die meisten auf der gesamten Plattform) und mehr als 3.500 Kommentare. Platz zwei belegt der Ruf nach Umweltschutz – die USA sollten die grünste Nation der Erde werden für erneuerbare Energie und gegen Öl. Dafür gab es 70.470 Punkte und zumindest 199 Kommentare. Platz drei ging an Schnell-Züge, sie würden die Vernetzung der wichtigsten Städte der USA gewährleisten und die Umwelt schonen. Erst dann kommen Themen wie die Schließung von Guantanamo oder die Werte-Besinnung auf die amerikanische Verfassung. <br>
Insgesamt 13 Themen-Einträge fordern die Abschaffung von Online-Poker und die Legalisierung bzw. Lizenzierung. Der größte Poker-Eintrag hofft auf einen Wirtschaftsschub durch Online-Poker: „Boost America's Economy with Legal Online Poker". Darin wird gefordert den UIGEA abzuschaffen und die Wirtschaft über ein legal zugängliches Online-Poker-Spiel anzukurbeln. Durch gezielte staatliche Regulierung soll Spielerschutz gewährleistet werden. Allein für diese Forderung gab es beim Voting auf der „Citizens Briefing Book" Plattform 46.890 Punkte. Fast die Hälfte der Punkte, die Spitzenreiter „Marihuana" für sich verbuchen konnte. Und das bei insgesamt 44.000 Einträgen. Das Thema Poker ist den US-Amerikanern augenscheinlich wichtig. <br>
Auch die Kommentare – es sind über 1.700!! – zeugen davon, dass das Online-Poker Verbot nicht gutiert wird und ein heißes Diskussionsthema ist. „dboy" spricht von einer win/win Situation – mit der Legalisierung und Regulierung würde der Staat nur gewinnen, Milliarden Steuereinnahmen wären gesichert. Abgesehen davon wäre Poker das einzige Casino-Spiel bei dem nicht gegen eine „Bank" bzw. das Haus gespielt würde und das würde für das Spiel sprechen. JoeF dürfte bei seinem Kommentar entgangen sein, dass die meisten europäischen Staaten ein Glücksspiel-Monopol haben, denn er schreibt: „Online Poker ist für alle westlichen Demokratien legal, ausgenommen die USA." – so stimmt das leider nicht, aber auch hier (auf der anderen Seite des großen Teichs) wird an Lizenzierungsmodellen gearbeitet. Wie z.B. in Frankreich bzw. hat Italien ja bereits ein erfolgreiches Modell eingeführt. <br>
Auch die Amerikaner hoffen weiter und kommentieren eifrig und es wird hunderte Male das Können beim Pokern betont. PressureX86 stellt sich die Frage: „Warum ist eigentlich Lotto legal? Das ist doch wirklich ein reines Glücksspiel! Es ist nur deshalb legal, weil der Staat kräftig mit verdient. Das klingt für mich sehr gierig und verfassungswidrig." <br>
Und Beanipoker beschwert sich darüber, dass der UIGEA von einer Handvoll Menschen erfunden worden sei, die kein Verständnis mehr für Technologie hätten, weil sie schon zu alt dafür seien. Jeder erwachsene Mensch hätte das Recht seine Freizeit selbst zu gestalten, dafür brauche man keine Gesetze. <br>
In den mehr als 1.700 Kommentaren fallen am häufigsten Meldungen wie: „lächerliches Gesetz", „verfassungswidrig" und „wir fordern eine Legalisierung und Regulierung". Der Tenor auf der "Citizens Briefing Book" Plattform ist eindeutig. Ob die Forderung nach der Abschaffung des UIGEA aber letztendlich seinen Weg in jenes Buch, das Präsident Obama übergeben wird, findet bleibt abzuwarten. Zumindest quantitativ stehen die Chancen dafür gut. <br>
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