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Udo Kalweit gewinnt Everest Poker Open

Der Turbolader hat Hemmungen
Was schnell begann hat nun normale Züge erreicht. Es geht ums Erreichen des Finaltisches.

Zu Beginn von Level 12 sind noch 22 Spieler im Turnier … und das Gefühl von Turbopoker reißt nicht ab. Manch einer stellt die Frage, ob heute Abend vielleicht noch etwas Wichtiges los sei. In 45 Minuten trifft es weitere fünf Spieler: Alphons Jäggi, Dominik Pfeiffer, Ö. Tok, Martin van Gelder und dann noch den Everest Online Qualifikanten Thierry Navarro. Wir erinnern uns: Zu viert haben die Everest Online Qualifikanten an den Tagen 1A und 1B Platz genommen. Übriggeblieben war Thierry Navarro. Short gestartet überlebt er weit ab seiner Heimat, Mulhouse (Frankreich), zwei Stunden inmitten der eingeschworenen Schweizer Pokergilde mit. Deutschkenntnisse – weit gefehlt. Wie auch, wo selbst Englisch bei Franzosen außergewöhnlich ist. In Level 12 werden drei Tische auf zwei zusammengelegt.

Level 13 startet mit 17 Spielern. Die Blinds befinden sich bei 1.500 und 3.000. Kurz vor dem Blindwechsel hat es noch Toni Vadjarvand erwischt. Mit A-K trifft er auf A-J des Lokalspielers Besim Hot … Flop, Turn lassen bei Vadjarvand ein wahres Hochgefühl aufkommen, das gleichwohl auf dem River – J – zerstört wird. Hot callt das All-in von Vadjarvand … trifft sein Set und zählt damit zu den ersten im Chipcount zählen. Wir erinnern uns: Gestern war Hot bereits bis auf 1.000 zurückgefallen.

An Tisch 2 spielt sich unterdessen Roland Siegrist nach vorne. Mit knapp 60 K an Position vier gestartet, baut der Schweizer nach und nach seinen Stack aus. Mit K-Q eliminiert er Viktor Lyuzkanov (Q-9) – und erhält allein von ihm etwa 60 K. Zu Beginn von Level 13 ist er mit 205 K deutlicher Chiplieder vor Mathias Kürschner 100 K und Besim Hot mit 97 K. Der als Chipleader gestartete Severin Walser ist inzwischen vom Verhältnis her eher short – mit 47 K. Erfreulich aus deutscher Sicht: Mark Rössler alias OpaaufPoka ist mit 70 K gut dabei. Es geht auf dem Bubble zu. Es wird deutlich vorsichtiger gespielt. Raist ein Spieler oder geht er vielleicht All-in, wird Fold zum Standard erklärt. Angekommen im Level 14 hallt ein Raunen durch den Raum. Reno Altdorfer raist mit K-Q auf 12 K, Christian de Donno annonciert All-in. Altdorfer wirft seine Karten offen auf das Board und sieht sich jetzt mit de Donno A-Ts konfrontiert. Der Flop bringt J-K-Q. Zuerst beglücken einige Altdorfer bis augenscheinlich wird, dass de Donno die Straße geflopt hat. De Donno doppelt auf und ist mit 79 K wieder entspannt mit dabei. Sechs Minuten vor dem Dinner Break kehrt die Action an den Tisch zurück. Cemil „Jimmy2" Doganyilmaz raist auf 8 K, Roland Siegrist bezahlt das Raise worauf Gerry Eisele mit 7-7 und 54 K All-in geht. Am Board treffen 9-9 und 7-7 auf ein von Overcard geschmücktes Board. Gerry scheidet als 13. Aus dem Turnier aus, Roland Siegrist baut seinen Vorsprung weiter aus – und Cemil „Jimmy2" Doganyilmaz beißt sich vielleicht … Mit K-Q, die er kurz zuvor gefoldet hatte, lag er vorne – und so geht es ins Dinner Break.

Roland Siegrist 242300
Matthias Kürschner 135800
Oktavio Benelli 89000
Christian De Donno 76600
Udo Kalweit 72100
Mark Rössler 72000
Cemil „Jmmy2" Doganyilmaz 69100
Besim Hot 64200
Ralph Kallmann 57300
Severin Walser 46500
Bülent Urzun 44300
Remo Altdorfer 27400

Verhalten geht es nach dem Break weiter. An Tisch 1, kehrt die Action zuerst zurück. Ralph Kalmann pusht mit 8-8 All-in, Matthias Kürschner callt bzw. pusht ebenfalls mit 100 K All-in. Auf dem Board liegen sich 8-8 und A-K gegenüber. Kürschner trifft zwei Paar und belegt Platz zwölf. Kurz darauf, nach 15 Minuten in Level 15 zu spielen, kehrt auch an Tisch 2 die Action zurück. Hier ist es Remo Altdorfer der mit A-J All-in geht. Der klare Chipleader, Roland Siegrist callt und trifft. A-J und 2-3 liegen sich gegenüber. Der Flop bringt 2-2-5, einen Drilling für Siegrist und das Aus für Altdorfer.

Der Finaltisch steht.

Roland Siegrist 280.000
Matthias Kürschner 210.000
Udo Kalweit 97.000
Cemil „Jimmy2" Doganyilmaz 87.000
Mark Rössler 86.600
Otti Benelli 80.600
Severin Walser 40.000
Bülent Urzun 40.000
Christian De Donno 39.400
Besim Hot 37.000

Die Lockerheit kehrt zurück
Zogen sich die Level 14 und 15 rund um den Bubble Boy in die Länge, scheint der Finaltisch die Lockerheit von Tag 1A und Tag 1B zurückzukehren.

Kurz nach acht startet der Finaltisch im Level 15. Unter den zehn Finalisten befinden sich zwei Spieler des Jack Pot Finales, Spieler, die das Ticket für die Everest Poker Open gewonnen haben. Und eben weil zwei Shareholder Ticket im Umlauf sind, werden heute nicht zehn, sondern 14 Spieler ausbezahlt. Beteiligt an Besim Hot mit je 20 Prozent sind / Dogan Güngör und Sven Stoxxreiter, und an Christian de Donno zwei Spieler, die nicht genannt werden wollen - nennen wir sie Alfred und Stefan.

Die zehn Finalisten wirken alle entspannt. Es wird gescherzt und gelacht. Kalweit und Hot verabreden sich zum Autokauf: Der eine wünscht sich einen Austin, der andere doch lieber einen Porsche 911. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Interessant und realistisch wird es, so ab Platz 4 oder 3. Das Preisgeld entspricht hier 69.696 SFr. oder 95.040 SFr. Dafür kann man sich schon ein Auto kaufen. Trotzdem, der Gedanke im Geld zu sein lockert das Spiel auf. Besonders Oktavio Benelli scheint das gut zu tun. In der Anfangsphase des Finaltisches doppelt er sich gleich mehrfach hintereinander auf. Etwa als er Bülent Urzun auf Platz zehn verweist. Wenig später ist er es auch, der das All-in von Udo Kalweit callt, nachdem dieser Besim Hot All-in stellen wollte. Oktavio Benelli behält mit dem Höhere Full House die Oberhand. Auf Rang Neun scheidet Severin Walser aus. Die Chips wandern von einem zum anderen Spieler. Christian de Donna stielt sich etwa einen erheblichen Pot bei Ronald Siegrist. Udo Kalweit bei Matthias Kürschner.

Als nächstes trifft es den Jurastudenten Mark Rössler. Er stellt All-in wird von Siegrist gecovert und hat das Nachsehen, nachdem Siegrist sein Set trifft, Rössler wird achter und nimmt 19.008 mit nach Goslar. Am Tisch verbleiben mit Kalweit und Kürschner zwei Deutsche – sie sitzen sechs Schweizern gegenüber. Erstmals heißt es, „Das Geld bleibt in der Schweiz." Alle schmunzeln, Kürschner und Kalweit lenken ein und es beginnt die Zeit von Udo Kalweit. Ein Pot nach dem Anderem wandert zu dem Hannoveraner, der inzwischen in der Schweiz lebt. Es folgt das aus für de Donno. Aus dem Small Blind stellt er sich All-in. Siegrist zögert keine Sekunde, callt, bastelt sich mit dem Board seine Straight zurecht und verweist de Donno auf Platz sieben. Als Siebenter gewinnt er 31.680sFr. Als nächstes trifft es Oktavio Benelli. Für Platz sechs erhält Benelli 38.016sFr.

Danach pusht Matthias Kürschner mit 6-8 All-in und wird von Sigrist mit A-T gecallt. Ein A auf dem Board bescheinigt Kürschner: „Das war's!" Als Fünfter nimmt er 57.024 SFr. mit nach Düsseldorf.
Mit A-T läuft Besim Hot gegen ein Paar Könige von Udo Kalweit. Der sympathische Neu-Schweizer verweist damit Hot auf Rang vier. Für den vierten Platz erhält Hot 69.700 SFr. Für einen 911er reicht dies sicher nicht … Kurz vor Weihnachten ist die Wunschliste aber sicher nicht leer … und so manch einer wird sich von diesem Geld sicher erfüllen lassen. Bleiben zurück: Udo Kalweit, Cemil Doganyilmaz und Roland Siegrist. Mehr scherzhaft als ernst machen Deal-Angebote die Runde. Keiner wird so richtig ernst genommen … und jede Hand scheint spielbar. Siegrist geht mit A-4 All-in. Kalweit callt mit 9-4. Auf dem Turn trifft Kalweit ein Set … Als dritter nimmt Siegrist 95.400 SFr. mit nach Hause. Wieder angekommen im unterhaltsamen Turbopoker dauert es nicht lange, bis Udo Kalweit mit K-3s sein bisher größtes Turnier gewinnt. Sein Glück, die 3 auf dem River, den Doganyilmaz hält A-4 dagegen. Als Zweiter erhält Doganyilmaz 126.720 SFr und Kalweit für Platz Eins171.075 SFr. Aus dem Austin wird dennoch nichts werden, was soll Kalweit denn mit zweien. Vielleicht ein kleines Cabrio?".

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