Von einem großen Gewinn in Australien über große Geschäfte und internationale Handelskrisen, der Januar 2008 war schon wegweisend für den restlichen Verlauf des Jahres 2008. Alexander Kostritsyn sicherte sich den ersten Millionen Dollar Titel des Jahres, als er Eric Seidel bei den Aussie Millions im Heads-Up besiegte, während gleichzeitig der Verkauf von Harrah's abgeschlossen wurde. Die Ereignisse in der Pokerszene und im rechtlichen Umfeld, haben große Auswirkungen auf die Entwicklung von Poker im Jahr 2008 gehabt. Nachfolgend finden Sie einige der wichtigsten Storys aus dem ersten Monat des Jahres 2008.
Alexander Kostritsyn gewinnt Aussie Millions Main Event 2008
Die Aussie Millions sind zu jedem Jahresbeginn das größte Event in der südlichen Hemisphäre, der Gewinner des AUD $10,000+500 Main Events hat seinen Platz im Pokerolymp sicher. Im Jahr 2008 ging diese Ehre an den Russen Alexander Kostritsyn, welchem man "das Grinsen operativ entfernen" musste, nachdem er im Heads-Up den amerikanischen Pokersuperstar Eric Seidel besiegte. Kostritsyn setzte sich an einem überaus spielstarken Final Table gegen alle seine Kontrahenten durch und erhielt für seinen Sieg ein Preisgeld in Höhe von AUD $1,650,000. Seidel erhielt für Platz 2 immerhin noch $1,000,000, Michael Chrisanthopoulos, Antonio Casale und Nico Behling konnten sich ebenfalls über eine weitere Platzierung am Final Table freuen.
Verkauf von Harrah's abgeschlossen
Bei den Business-Deals des Jahres 2008 war wohl kein anderes Geschäft für die Pokerszene so wichtig, wie die fremdkapitalfinanzierte Unternehmensübernahme von Harrah's Entertainement Inc. Harrah's, einer der ganz Großen in der Live-Casino und Entertainement Branche, wurde durch die privaten Equity Firmen Apollo Management L.P. und TPG Capital L.P übernommen. Harrah's ist Inhaber der World Series of Poker, welche schon seit Jahrzehnten die größte Pokerveranstaltung der Welt ist. Die Übernahme, welche im Dezember 2006 beschlossen wurde, konnte erst im Januar 2008 beendet werden, da bestimmte Regulierungsbestimmungen eingehalten werden mussten. Im Rahmen der Geschäftsabwicklung mussten die privaten Firmen $17,1 Milliarden zahlen und $10,7 Milliarden an bestehenden Verpflichtungen von Harrah's übernehmen. Die Umsetzung des Verkaufs gestaltete sich schwieriger als erwartet, da das Jahr 2008 mit einer Krise an den Finanzmärkten startete und die Nachfrage der Konsumenten an Dienstleistungen aus dem Bereich Casino erheblich nachließ.
Antigua und Costa Rica beantragen Schiedsspruchverfahren bei der WTO
Der anhaltende Disput zwischen der World Trage Organisation und den Vereinigten Staaten im Bezug auf das Online Gambling schien an einen Punkt gekommen zu sein, an welchem die WTO für Klarheit gesorgt hat, indem der Streit von der WTO zu Gunsten von Antigua und Barbuda entschieden und den Inselstaaten eine Summe von 21 Millionen Dollar jährlich zugesprochen wurde. Aber Amerikas Unnachgiebigkeit und Weigerung mit anderen Staaten in dieser Beziehung zusammen zu arbeiten, führten dazu daß Antigua und Costa Rica bei der WTO ein Schiedsspruchverfahren eingeleitet haben. Einer der Gründe, war wohl, daß Amerika angekündigt hatte sich nicht mehr an das durch die WTO überwachte GATS (General Agreement on Trade in Services) Abkommen zu halten und keine Entschädigung an andere Staaten zu zahlen. Dieses Schiedsspruchverfahren ist nur eine von vielen Glücksspiel Angelegenheiten, mit welchen sich die neue US Trade Office Administration beschäftigen muss, wenn Barack Obama die Präsidentschaft übernimmt.
Kahnawake veröffentlicht Ergebnisse des abschließenden Berichts im Bezug auf den Skandal bei Absolute Poker
Die Aufdeckung eines Insider-Betrugsskandals bei Absolute Poker im Jahr 2007 durch betroffene Spieler sorgt bis heute für heftige Diskussionen in der Pokerszene. Am Anfang des Jahres 2008 veröffentlichte die in der Nähe von Montreal ansässige Kahnawake Gaming Commission den abschließenden Bericht über die Situation bei Absolute Poker. Obwohl die Betrüger nicht namentlich genannt werden, steht in dem Report, daß sieben unterschiedliche Accounts in den Betrug verwickelt waren. Absolute muss eine Strafe in Höhe von $ 500,000 zahlen, Nachdem die Betrügereien aufgedeckt waren, wurden an die betrogenen Cash-Game Spieler über $1,6 Millionen zurückgezahlt.
Bart Tichelman gewinnt WSOP-Circuit Tunica Ring
Die World Series of Poker Circuit Series Final Tables sind dafür bekannt, daß neben unbekannten Spielern immer sehr viele bekannte Pokerstars zu finden sind. Beim Januar Event in Tunica saßen unter anderem folgende Spieler am Final Table: WSOP Player of the Year Tom "Donkey Bomber" Schneider, Ryan Young, Jordan Rich und Mark Garner. Trotz der vielen Pokerstars, war es letztendlich Bart Tichelman aus Atlanta, welcher sich den Sieg und ein Preisgeld in Höhe von $482,210 sicherte. Donald Nicholson wurde Zweiter ($ 236,163) und Giovanni Marcacci belegte den 3.Platz ($129,760).
European Union ermittelt gegen Deutschland und Schweden
Streitfälle im Bezug auf Online Glücksspiel gab es schon zwischen der USA und Antigua, wobei dort die WTO als Vermittler tätig ist. Ähnliche Fälle im Bezug auf nationales Glücksspielrecht gibt es allerdings auch in Europa. Die EU, beziehungsweise das ausführende Organ der EU, die Europäische Kommission, hat eine offizielle Beschwerdenote an die Mitgliedsländer Deutschland und Schweden gesendet, da in diesen Ländern in der EU ansässige Glücksspielunternehmen verboten wurden. In beiden Fällen haben die Länder das Verbot erlassen, um die lukrativen staatlichen Glücksspiel-Monopole gegen private Konkurrenz zu schützen. Eine Praxis, welche laut den EU Handelsgesetzen nicht erlaubt ist.
Deutschland und Schweden gehören zu den Dutzend anderen EU Mitgliedsstaaten, welche gegen die Gesetze im Bezug auf Handelsfreiheit beim Glücksspiel in der EU verstoßen. Die Verhandlungen gehen weiter und die Pokerbranche wartet gespannt darauf, wie Europa mit dieser Thematik zukünftig umgehen wird.
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