Hilferuf aus Niedersachsen
Dezember 27, 2008, Lisa Horn

Die Presseaussendung von Bernhard Stracke, vom Bundesarbeitskreis Spielbanken der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), ist eindeutig. Ein Hilferuf an die Landesregierung von Niedersachsen, denn die Streichung von 120 Arbeitsplätzen spieltechnischer Mitarbeiter ist jetzt fix.
Mitte November wurde von Karen Krüger, der Sprecherin der Spielbanken Niedersachsen, bestätig, das Stellen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage gestrichen werden müssten. Jetzt dürfte es soweit sein, denn in Bad Harzburg stehen 120 Mitarbeiter/innen vor der Arbeitslosigkeit.
Im Jahr 2004 wurden von den Casinos Austria International, einem Tochterunternehmen der Casinos Austria Gruppe, zehn Spielbanken in Niedersachsen übernommen. , nur vier Jahre später beginnt ein Mitarbeiterabbau, der laut Horst Jaguttis Vorsitzender des Bundesarbeitskreises (ver.di), nur darin begründet ist peut á peut die Casinos auf reine Automatenbetriebe umzustellen. Das Geschäft ist lukrativer und man hätte weniger Lohnzahlungen.
„Die 120 Kündigungen von spieltechnischen Mitarbeitern wird in einer Triologie gestartet", so Bernhard Stracke von ver.di. In Bad Harzburg trifft es bereits die ersten 26 Mitarbeiter/innen. Das hat zur Folge der Tischspielbetrieb nicht mehr 7 Tage die Woche aufrechterhalten werden kann. Es wird in Zukunft nur mehr an 5 Tagen Tischbetrieb geben, Poker fällt überhaupt durch – kein Pokerspiel mehr in Bad Harzburg.
Für Stracke ist das ein „Sterben des Tischspiels auf Raten."
Der Vorsitzende von ver.di, Horst Jaguttis, bittet nun die Politik um Hilfe: „Die Landesregierung Niedersachsen muss diese Geschäftsführung sofort stoppen. Die Geschäftsleitung will immer mehr Arbeitsplätze vernichten und sich von der klassischen Spielbank verabschieden, denn bisher werden bereits sechs von zehn Spielbanken als reine Automatenspiele betrieben." Ein eindeutiger Appell an die Vernunft der Casinos Austria International.
Klassische Casinospiele sollen wegrationalisiert werden, das Argument der Weltwirtschaftskrise kommt da gerade recht. Aber auch das will Jaguttis nicht einfach so hinnehmen: „Gerade aufgrund nationaler und internationaler Rechtsprechung muss sich Casino Austria International vermehrt und insbesondere um das klassische Spiel kümmern. Mit der jetzigen Unternehmensphilosophie darf der Casino Austria International keine weitere Spielbankkonzession in Deutschland übertragen werden…"
Bernhard Stracke bringt es von menschlicher Seite auf den Punkt: „Glücksspiel mit Unterhaltung zu zelebrieren muss das Ziel sein, kein Glücksspiel für Menschen ohne Menschen".
Bis dato gab es keine Stellungnahme seitens der Landesregierung - zumindest keine, die an Medienvertreter weitergeleitet wurde. Ob es doch noch zu internen Verhandlungen kommt bleibt abzuwarten.
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