David "Chino" Rheem gehört vielleicht zu auffälligsten Spielern beim kommenden Finale der WSOP 2008, da er in den letzten drei Jahren einige eindrucksvolle Erfolge bei den großen Live-Events feiern konnte. Der 28 Jährige professionelle Poker Spieler hat seit seinem Durchbruch in der Pokerszene im Jahr 2005 über 700.000 Dollar bei Live-Turnieren gewonnen. Bevor er sich für den WSOP Final Table 2008 qualifizierte, hatte er vorher bei der WSOP bereits 5 Mal Preisgelder gewonnen, dabei saß er zwei Mal am Final Table und belegte im Jahr 2006 beim 1000$ No-Limit Texas Holdem w/Re-Buys den zweiten Platz. Natürlich ist keiner seiner vorherigen Gewinne mit der Qualifizierung für den WSOP Main Event Final Table vergleichbar.
Chino wurde in Los Angeles geboren, zog aber in den späten 90'er nach Florida um. Da er in Florida lebte konnte er von der Regelung profitieren, daß man in Florida bereits mit 18 Jahren im Casino Poker spielen darf. Er spielte anfangs im Seminole Hollywood Casino, wo er die Möglichkeit hatte gegen die ehemaligen Kartendealer Robert und Michael "The Grinder" Mizrachi zu spielen und lernte sehr viel von ihnen. Er erwarb sich sehr schnell den Ruf ein sehr einsatzbereiter und dennoch sehr höflicher Spieler zu sein.
Aufgrund einer Jugendsünde, kam er mit dem Gesetz in Konflikt und saß kurz im Gefängnis, daraufhin beschloss er nach Los Angeles zurück zu kehren, was sich schließlich als sehr schlaue Entscheidung erweisen sollte. Im Jahr 2005 begann er seine Aufmerksamkeit auf Live-Poker Turniere zu richten und hatte dabei einen hervorragenden Start. Er spielte in einem No-Limit Hold'em Preliminary Event beim European Poker Tour Grand Final in Monte Carlo, wo er es bis an den Final Table schaffte, er belegte bei seinem ersten Live-Turnier Final Table letztendlich den 3.Platz (10.000$). Im Sommer des gleichen Jahres gewann er das erste Mal ein Preisgeld beim WSOP Main Event (39.000$) und belegte beim WSOP 1500$ Limit Holdem Event den 19.Platz. Danach belegte er den 4.Platz bei einem 1000$ Buy-In Event im Rahmen der Ultimate Poker Challenge. Da die WSOP nach lief, spielte er noch in einem Side-Event und gewann das 1.000$ Buy-In Event im Bellagio (33.000$).
Im Jahr 2006 konnte er sich über weitere Erfolge freuen, er gewann zu Beginn des Jahres bei 3 WPT Events Preisgelder. Sein zweithöchstes bisheriges Preisgeld gewann er, als er beim 1000$ No Limit Holdem Event w/Rebuys den zweiten Platz belegte, wofür er ein Preisgeld in Höhe von 327.981$ erhielt (den ersten Platz belegte übrigens Allen Cunningham). Im Jahr 2007 gewann er bei drei großen Live Turnieren Preisgelder, ein Preisgeld beim 2.500$ WSOP H.O.R.S.E Event und Platz 3 bzw. Platz 4 bei zwei WPT Events.
Im Jahr 2008 belegte er den 5.Platz beim WSOP 5.000$ Mixed Holdem Event, wobei der Final Table, an welchem das "Who's Who" der internationalen Pokerszene anzutreffen war, im TV übertragen wurde. An diesem Final Table saßen unter anderem: Erick Lindgren, David Williams, Howard Lederer, Roland de Wolfe und Justin Bonomo.
Rheem startete an diesem Final Table als Chipleader mit über 90.000 Chips, schaffte es aber nicht seinen Vorsprung zu halten. Nach einer verlorenen Hand gegen Erick Lindgren, wurde er gefilmt, als er sich mit seinem Buddy, dem deutschen Poker-Pro Markus Lehmann unterhielt und diesem mitteilte, daß er schon seit ewiger Zeit keine spielbare Hand mehr erhalten hätte. Als ein weiterer Bluff gegen Lindgren in die Hose ging und er gegen Roland de Wolfe verlor, welcher seinen Semi-Bluff in eine gute Hand verwandelte, war das Turnier für Rheem auf Platz 5 beendet, er erhielt ein Preisgeld in Höhe von 93.624$, gewann aber nicht das begehrte Bracelet.
Nachdem er sich für den Final Table des WSOP 2008 Main Events qualifiziert hatte, nutzte er die Pause von 117 Tagen um noch an einigen andere großen Turnieren teilzunehmen. Dazu gehören unter anderem die APT Macao, die EPT Barcelona, das PokerStars.net LAPT Punta del Este Event, die Partouche Poker Tour in Cannes und die WPT Borgota Poker Open. Obwohl er es nicht schaffte, in einem dieser Events ein Preisgeld zu gewinnen, hatte er bei den Turnieren jedoch jede Menge Möglichkeiten um an den Spieltischen zu üben.
Rheem's Erfolge im Main Event gehören sicher zu seinen allzeit größten Erfolgen. Am Tag 1a wurde sein Spiel teilweise im TV übertragen, da er zeitweise zusammen mit Scotty Nguyen am TV-Table saß. Rheem kam an den TV-Table mit ansehnlichen 73.900 Chips und verschaffte sich schon sehr schnell Respekt am Spieltisch indem er in einer der ersten Hände Nguyen aus einer Hand raiste. Er beendete den Tag mit 11.375 Chips, verdreifachte seinen Chip-Stack an Tag 2a auf 353.000 und war siebter im Bezug auf den Chip-Stack. Am Tag 3 verdoppelte er auf 707.500 und war am 4. Tag 4 ebenfalls sehr erfolgreich, am Ende von Tag 4 hatte er 1.851.000 Chips und war auf Position 6 von insgesamt 189 verbleibenden Spielern. Am Ende des Tages 5 hatte er 2.586.000 Chips und wurde das erste Mal von Dennis Phillips und Peter Eastgate überrundet, welche sich letztendlich ebenfalls für den Final Table qualifizierten. Zu Beginn des letzten Tages hatte er 8.280.000 Chips und lag damit auf Platz 6 von insgesamt 27 verbliebenen Spielern. An diesem Tag ging es für Rheem ständig auf und Ab, teilweise hatte er nur noch 2 Millionen Chips, kämpfte sich dann auf 16 Millionen vor und fiel letztendlich wieder auf ca. 10.000.000 Chips zurück. Rheem startet am Final Table mit 10.230.000 Chips. Man sollte ihn auf keinen Fall vorschnell abschreiben, da er es sowohl im privaten Bereich, als auch am Spieltisch gewohnt ist, mit solchen Situationen umzugehen. Auf seiner MySpace Seite steht ein Beitrag aus unbekannter Quelle:" Wahre Größe kommt von innen…." Dann wollen wir uns mal überraschen lassen, ob Rheem es bis zum Gipfel des absoluten Poker-Ruhmes schafft.
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