In der regionalen Pokerszene schon lange eine feste Größe, konnte Jörg Peisert nun auch auf internationaler Ebene auf sich aufmerksam machen. Bei den Master Classics of Poker im niederländischen Amsterdam, konnte er viele bekannte Pokergrößen hinter sich lassen und belegte im 1000€ Texas Holdem NL- Single Rebuy Event, als Runner-Up einen starken zweiten Platz. PokerNews traf Jörg Peisert und seine Lebensgefährtin Sandra Ambroz in deren Heimatstadt Düsseldorf.
PN: Vielen Dank an Sie beide, dass Sie sich ein wenig Zeit für das Interview mit PokerNews nehmen und als aller erstes natürlich unseren Glückwunsch, zu Ihrem tollen Erfolg, bei den Master Classics of Poker.
Recht vielen Dank dafür.
PN: Waren Sie überrascht, als Sie die Interviewanfrage erhielten?
Ja, sicherlich war ich überrascht über diese Anfrage, zumal es die Erste dieser Art in Sachen Poker war. Normalerweise kenne ich dies nur aus beruflichen Gründen.
PN: Jörg Peisert, erfolgreicher Unternehmer im Bereich Vermögensmanagement und ein gern gefragter Interviewpartner der Medien. Wie kommt der Finanzexperte Jörg Peisert zum Pokern ?
Ich würde sagen über den klassischen Weg. Man fängt auf kleinerer Ebene bei sogenannten Sachpreisturnieren an und wenn sich dort die ersten Erfolge einstellen, schnuppert man sozusagen in den Casinobereich hinein und beginnt dort das ein oder andere kleinere Turnier zu spielen. Sind diese dann ebenso von Erfolg gekrönt, geht man immer weiter, bis hin zu den großen Events,wie zum Beispiel die EPT, oder zuletzt die Master Classics of Poker.
PN: Wie lange spielen Sie bereits Poker ?
Poker spiele ich seit gut zwei Jahren, im ersten Jahr eher unregelmäßig und seit Beginn 2008, nach einem großen Pokerevent auf den Bahamas, bin ich ständiger Gast in den Casinos und auch bei größeren internationalen Turnieren.
PN: Ihre größten Turniererfolge erzielten Sie bei Texas Holdem NL, spielen Sie auch andere Varianten ?
Im Moment spiele ich nur Texas Holdem NL. Da ich mich in dieser Variante jedoch gerne weiter verbessern möchte, wird dies auch vorläufig meine favorisierte Variante bleiben.
PN: Wie würden Sie sich selbst als Spielertyp beschreiben?
Am ehesten denke ich, passt wohl „tight aggressive" zu meiner Spielweise. Im Grunde ist es aber wie im normalen Leben, auf die richtige Mischung kommt es an. Grundsätzlich versuche ich zu Beginn am Tisch Informationen zu sammeln und Tells der Gegner zu entdecken. Der mathematische Aspekt hat bei mir einen hohen Stellenwert und ist ein wesentlicher Bestandteil meines Spiels. Was Turniere angeht, so spiele ich in erster Linie nur auf Sieg, da die hinteren Preisgelder meistens nur den Einsatz, oder etwas mehr beinhalten. Damit verbunden steht bei mir immer das Erreichen des Final Tables im Fokus.
PN: Insbesondere in den Casinos der Westspiel-Gruppe sind Sie als Stammspieler bekannt. PokerNews hat festgestellt, dass Sie ebenso einige internationale Turniere gespielt haben. Sind unsere Recherchen in diesem Fall richtig gewesen ?
Ja, Ihre Recherchen sind auf jeden Fall richtig. Wir haben diverse Turniere im Ausland besucht, was wir insofern auch sehr gerne tun, da wir hier das Reisen mit dem Pokern verbinden können. Darunter waren beispielsweise die EPT Monte Carlo und die WSOP in Las Vegas, aber auch Reisen zu vermeintlich exotischen Turnieren, wie den "Moscow Millions" und einem lukrativen Turnier in Indien, was dann allerdings leider abgesagt werden mußte. Für uns ist es aber gewissermaßen eine Gelegenheit Land und Leute kennenzulernen und das kann man so hervorragend mit dem eigenen Hobby verbinden.
PN: In Sachen Poker sind Sie sehr viel unterwegs. Ist eines Ihrer Erfolgsgeheimnisse, dass Ihre Lebensgefährtin Sie immer begleitet und dieses Hobby mit Ihnen teilt und selbst Poker spielt?
Unbedingt, es macht somit doppelt Spaß, nicht nur weil sie mich dabei moralisch unterstützt, sondern sich auch für das Pokern begeistert und es bei jeder Gelegenheit selbst gerne spielt.
Jörg Peisert und seine Lebensgefährtin Sandra Ambroz
PN: Eine Frage an Sie Frau Ambroz, wie haben Sie Ihre Liebe zum Pokern entdeckt?
Durch die Liebe zu meinem Schatzi. *beide lachen* Er hatte mich gewissermaßen ins kalte Wasser geworfen und danach habe ich ebenfalls Spaß und Ehrgeiz am Poker entwickelt und spiele nun selbst regelmäßig. Grundsätzlich sind wir beide aber ein gutes Team, im Privaten, wie beim Pokern. Jeder unterstützt den Anderen so gut es geht.
PN: Was passiert denn, wenn Sie beide an einem Tisch gegeneinander spielen ?
Sandra Ambroz: Krieg! Jörg Peisert: Pokerkrieg ! *beide lachen herzhaft*
PN: Dann wird aus dem „liebenden Pokerpaar" ein „kriegendes Pokerpaar" ? *spaßig gefragt* u. schmunzelnd beantwortet
Sandra Ambroz: Aber nur in dem Moment, davor ist alles gut, danach ist auch wieder alles gut und wenn wir zusammen am Tisch sitzen ,dann wird gepokert und es zählt nur das Pokern. Sollte es vorkommen, dass einer den Anderen vom Tisch nimmt, hat das natürlich auch einen Unterhaltungswert für die Mitspieler am Tisch.
PN: Welche Ziele hat sich Jörg Peisert in Sachen Poker für die nähere Zukunft gesetzt ?
Ganz klar auf internationaler Ebene an die nationalen Erfolge anzuknüpfen und dort versuchen Final Tables zu erreichen und den Sprung auf dieses Parkett zu meistern. Durch die diesjährigen Ergebnisse habe ich das Gefühl ein wenig näher an die internationale Szene herangerückt zu sein und es würde mir Spaß machen, mich mit dieser zu messen. Deshalb möchte ich gerne meinen Fokus verstärkt in diese Richtung lenken.
PN: Wie sieht Ihre aktuelle Turnierstatistik in diesem Jahr aus ?
In diesem Jahr habe ich 91 Turniere gespielt, davon 9 Turniere gewonnen und insgesamt 21 Final Tables erreicht. An Preisgeld bedeutet das für dieses Jahr ca. €160.000.
PN: Welche Pokerpläne stehen für Sie bis zum Jahresende an ?
Voraussichtllich werde ich noch ein Turnier in der Schweiz spielen, die Aachen Open und einige weitere nationale Turniere. Ferner haben wir beide uns für das Finale der Westspiel-Pokertour in Dortmund qualifiziert und werden dort um einen der attraktiven Hauptpreise kämpfen.
PN: Eine Frage in eigener Sache, wie stehen die Chancen, dass man Sie Ende März 2009, am Pokertisch, beim „PokerNews Cup Alpine", in Saalbach-Hinterglemm, begrüßen kann ?
Von dem Turnier habe ich bisher noch wenig gehört, aber es hört sich faszinierend an und den Ort verbinde ich mit Skifahren und da wir beide ja gerne das Reisen mit dem Pokern verbinden, wäre dies eine wahnsinnig interessante Alternative. Man müßte sich einmal die Bedingungen genauer anschauen, aber warum nicht, herzlich gerne.
PN: Abschließend die Frage, was wünschen Sie sich zukünftig für die „Pokerlandschaft Deutschland" ?
Sicherlich die üblichen Wünsche, wie zum Beispiel klare Regelungen zum Thema Poker, hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen. Ferner wäre es wünschenswert, wenn deutsche Casinos eine Vereinheitlichung ihrer Hausregeln erstellen könnten, um möglichen Irritationen vorzubeugen. Ein Blick über unsere Grenzen zeigt, dass man Poker auch durchaus als Sport zelebrieren kann und Organisation und Spielerbetreuung sollten auch in Deutschland noch entwicklungsfähig sein.
PN: PokerNews sagt herzlichen Dank für das Interview und wünscht Ihnen beiden zukünftig wenig „ Kriege" am Pokertisch gegeneinander, sondern viel mehr Spaß miteinander und weiterhin viel Erfolg und gute Karten.
Vielen Dank auch von unserer Seite für dieses Interview.
PokerNews wird das sympathische Pokerpaar Jörg Peisert und Sandra Ambroz und ihre Erfolge weiterhin im Auge behalten und darüber berichten. Weitere Spielerportraits der deutschsprachigen Pokerszene folgen in Kürze.
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