Der 38-jährige Ylon Schwartz aus Brooklyn/NY, gehört zu den Männern, welche Spiele lieben. Er wurde zwar erst jetzt als Mitglied der November Nine bekannt, hatte aber vorher schon erfolgreich Schach und Backgammon gespielt. Wie der ehemalige Main Event Gewinner und Schachmeister Dan Harrington und die ehemaligen Backgammon Pros Erik Seidel und Gus Hansen, stellte Ylon schnell fest, daß sein Wissen aus den anderen Sportarten, vorteilhaft für sein Pokerspiel war. "Du bist den Wettkampf gewöhnt" sagte er in einem Interview der New York Post am Anfang dieses Jahres. "Auch in den anderen Spielen, wird man andauernd damit konfrontiert, dass man verschiedene Problemstellungen analysieren muss und schnell eine Entscheidung fällen muss". Die Teilnahme am WSOP Final Table ist seine bisher größte Herausforderung mit dem höchsten Preisgeld und dem begehrtesten Titel der gesamten Pokerszene.
Im Alter von 13 Jahren fing er mit dem Schachspielen an und spielte in den Straßen des Washington Square Parks/Manhattan um Geld, wobei er bis zu 100$ pro Tag verdiente. Innerhalb von 3 Jahren war er soweit, dass er seinen Lebensunterhalt durch Schach und Backgammon-Spielen verdienen konnte. Er schrieb sich zwar am Manhattan Community College ein, beendete die Schule aber nach einem Jahr um sich wieder auf Schach und Backgammon zu konzentrieren. Im Alter von 23 Jahren erwarb er den Titel des Schachmeisters und erweiterte das Repertoire seiner Spiele durch Pool Billard, Golf und Dart.
In den frühen 90ern begann Ylon mit dem Pokern. Seine erste gute Platzierung bei einem großen Turnier hatte er im Jahr 1998 bei den US Poker Championship (3.Platz). Ab dem Jahr 2000 spielte er Poker um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er nahm an den Live-Turnieren an der Ost-Küste teil, meistens im Foxwoods und in einigen anderen Casinos in Atlantic City. Ab dem Jahr 2004 gewann er regelmäßig Preisgelder bei den großen Turnieren. Er hat 12 x bei einem WSOP Event Preisgelder gewonnen, seine beste bisherige Platzierung war im Jahr 2006 der 17.Platz im Event #13, dem 2.500$ NLHE, wofür er ein Preisgeld in Höhe von 28.187$ erhielt. Bei der diesjährigen WSOP belegte er außerdem beim 2000$ Limit Holdem Event den 15.Platz (10.046$). Er hat insgesamt sieben Mal Preisgelder bei den WPT Events gewonnen, dazu gehört ein 3.Platz beim World Poker Finale 2005 (49.960$). Insgesamt hat er im Laufe seiner Pokerkarriere bei 30 großen Turnieren Preisgelder gewonnen und hat über 300.000$ bei Live-Turnieren gewonnen.
Zusätzlich zu seiner Live-Turnier Erfahrung, gehört Ylon zu den erfahrenen Multi-Table Online Turnier Spielern und spielt mit dem Screen-Name "TenthPlanet" regelmäßig bei FullTilt und PokerStars. Dort hat er sich bei einigen großen Turnieren ebenfalls sehr gut geschlagen, so hat er z.B. im April 2007 die Stars Second Chance gewonnen (50.654$). Zu Vorbereitung auf den November hat er an einigen weiteren Live-Turnieren teilgenommen, wie z.B. die WPT Borgota Open und die World Championship of Online Poker.
Der Weg bis zum Final Table war für Ylon Schwarz recht beschwerlich. Tag 1b beendete er mit 41.500 Chips in der unteren Hälfte in der Rangliste der verbleibenden Spieler. Am Tag 2a hatte er ein ständiges Auf und Ab und er beendete den Tag letztendlich mit 91.000 Chips. An Tag 3 lief es ein wenig besser, er konnte seinen Stack an diesem Tag auf 554.000 Chips ausbauen. Am 4. Tag schaffte er es kurzzeitig auf etwas über 1 Millionen Chips, fiel aber kurz vor Ende des Tages auf ca. 870.000 Chips zurück.
Am Tag 5 lief es auch nicht so gut, er fiel kurzfristig bis auf 240.000 Chips zurück, schaffte es aber zum Ende des Tages seinen Chip-Stack wieder auf 816.000 Chips aufzubauen. Am 6.Tag startete er von einer der letzten Positionen, beendete den Tag jedoch letztendlich mit 3.655.000 Chips.
Am 7 Tag startete er auf Position 19 bei insgesamt 27 verbliebenen Spielern und es erschien unwahrscheinlich, dass er es bis zum Final Table schaffen würde.
Schon recht früh kam es zu einer entscheidenden Hand, als Schwartz gegen Paul Snead einen 3 Millionen Dollar gewann. Er gewann mit A-K gegen A-J, das Board war K-J-J-K-7. Außerdem gewann er einige größere Pötte gegen Tiffany Michelle und Scott Montgomery, ohne dabei sein Karten zeigen zu müssen. Außerdem eliminierte er Gert Andersen mit A-K gegen A-J und gewann durch sein aggressives Pre-Flop Spiel einige Millionen Chips von Craig Marquis.
Unglücklicherweise verlor er kurz bevor Dean Hamrick auf Platz 10 ausschied noch einen großen Pott in Höhe von 4 Millionen Chips gegen Peter Eastgate, welcher A-A auf der Hand hatte. Unter den Teilnehmern des Final Table belegt er im Bezug auf seinen Chip-Stack mit 12,5 Millionen Chips zusammen mit Darus Suharto die 5.Position, die beiden Spieler haben jeweils ungefähr halb soviel Chips wie der der Chip-Leader Dennis Phillips.
Aber noch ist nichts entschieden. Schwartz macht regelmäßig Bikram Yoga, auch bekannt als "Hot Yoga" (weil die Trainingsstunden immer in vorgeheizten Räumen stattfinden) um seine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. Er setzt seinen scharfen Verstand schon seit seinen Jugendjahren ein um damit sein Spiel zu verbessern. Sein Lieblingsmotto ist:" Geld scheffeln" – dann hoffen wir mal, dass er November die Möglichkeit hat sein Motto umzusetzen.
PokerNews traf sich mit Ylon zu einem Interview und unterhielt sich dabei mit ihm über die November Nine und seinen Weg ins Finale.
PokerNews: Ylon, Sie kommen aus der Schach-Szene und gehören somit zu der gleichen Gattung Spieler, wie der Österreichische Pokerspieler und Schachmeister Ivo Donev. Was ist für Sie der wichtigste Schach-Skill, welchen Sie beim Poker einsetzen können?
Ylon Schwartz: Geduld ist vielleicht die wichtigste Sache – man sitzt dort immer sehr lange Zeit. Man sitzt im Spielsaal und muss Entscheidungen treffen und sich auf das Spiel konzentrieren. Ich glaube, das ist der Schlüsselfaktor und natürlich die Fähigkeit die Konzentration zu halten. Es ist wichtig zu wissen, wie die Spieler spielen – man muss sich an die Spielzüge der einzelnen Spieler genauso erinnern können, wie an die einzelnen Spielzüge seiner Gegner beim Schach.
PN: Obwohl einige der November Nine sich ihre Lorbeeren überwiegend beim Online Poker verdient haben, sind Sie doch der Spieler mit der größten Online Erfahrung am Final Table. Spielen Sie immer Multi-Table, wenn Sie Online spielen, wie z.B. Hevad "RaiNKhaN"Khan? An welchem Punkt erreichen Sie ihre Grenze, wenn Sie mehrere Tische gleichzeitig spielen?
Schwartz: Ich habe schon sehr viele Tische Multi-getabled. Ich habe schon 20 Tische gleichzeitig gespielt, das war aber einfach nur verrückt. Ich kann unter diesen Bedingungen zwar nicht mein A-Game spielen, es macht aber auf jeden Fall eine Menge Spaß. Ich möchte normalerweise nicht mehr als 8 Tische gleichzeitig spielen.
[I]PN: Während einige der anderen November Nine zu den Chip-Leadern der ersten Tage gehörten, schien es so, als müssten Sie in den ersten Tagen hart kämpfen, um im Turnier zu bleiben. Ab wann hatten Sie das Gefühl, dass Sie es bis zum Final Table schaffen könnten? [I]
Schwartz: Ich hatte während des gesamten Turniers genügend Chips – ich hatte halt nur nicht den beeindruckendsten Stack. Es war natürlich riskant, als ich am 6 Tag zu den Short-Stacks gehörte. Dann habe ich jedoch einige kritische All-Ins gewonnen und war mir schon relativ sicher, dass ich es bis zum Final Table schaffen würde. Als ich dann in der Mitte des 6 Tages ein Double-Up hatte, war ich mir sehr sicher, dass ich es bis zum Final Table schaffe würde. Ich habe schon eine Menge Super-Satellites gespielt und als nur noch hundert Spieler im Turnier waren, war ich mir aufgrund meiner Erfahrungen sicher, dass ich es unter die letzten 10 schaffen würde. Ich musste praktisch nur noch warten, bis 90 Spieler ausgeschieden waren und habe deswegen mein Spiel entsprechend angepasst. Ich war zum Ende des 6.Tages in einer sehr angenehmen Position.
PN: Hat sich ihr Leben verändert, seit Sie zu den November Nine gehören?
Schwartz: Die Medien haben unseren Zirkel bereits infiltriert (*lacht*). Es ist ein sehr gutes Gefühl bei PokerStars unterzeichnet zu haben. Eine Menge meiner Freunde haben sich sehr darüber gefreut. Das ich es bis zum Final Table geschafft habe, ist ein sehr gutes Gefühl. Dieser Erfolg ist für mich eine Rechtfertigung, welche belegt, dass mein Wissen und mein Glauben nicht falsch waren.
PN: Die Sache mit dem Coaching im Bezug auf die November 9 wird in der Pokerszene immer wieder diskutiert. Was denken Sie über den Einsatz von Trainern zur Vorbereitung auf das Finale?
Schwartz: Ich denke es ist irgendwie falsch. Ich mag die Idee nicht, dass die Pause den anderen Spielern die Chance gibt ihr Wissen zu verbessern. Das ist so, als würde man einen Marathon nach 25 Meilen stoppen, zu einem schönen Platz gehen, dort ausruhen, ein wenig zu trainieren und drei Monate später die restlichen Meilen zu laufen. Es lenkt von dem eigentlichen Leistungsaspekt beim Marathon ab – dem Durchhaltevermögen, allen Skills welche man benötigt und den psychologischen Effekten. Wenn es nun halt mal so ist, wird es sicherlich dafür sorgen, dass jeder mit neuem Wissen an den Final Table zurückkehrt.
PN: Was würden Sie tun, falls Sie gewinnen sollten?
Schwartz: Ich würde vielleicht nach Frankreich reisen und ein dort ein wenig rumhängen, mit dem Auto das Land bereisen und ein wenig relaxen. Mit dem ganzen Geld hätte ich sicher jede Menge neue Freunde. Ich würde mir meinen persönlichen Anteil an der Freiheit kaufen, ich benötige keine große Jacht oder so was in die Richtung. Ich würde einfach den Moment genießen, die Freiheit. Ich würde Low-Stakes Poker spielen und mit Leuten rumhängen, da ich eigentlich den harten Wettbewerb, welchem ich im Moment ausgesetzt bin, nicht mag und es mir schon zu lange dauert. Oder ich würde einfach nur rumhängen und in den USA einige Spielchen machen – einfach ins Casino gehen, 2$/4$ Limit Holdem spielen und mit netten Leuten einen trinken.
PN: In welcher Beziehung stehen Sie zu "Habitat for Humanity"?
Schwartz: Ich stamme aus New York City, dort gibt es jede Menge obdachlose Menschen. Als ich noch ein Kind war, konnte ich keine 100 Schritte gehen, ohne einen Obdachlosen zu sehen. Ich bin in der Nähe des Straus Parks (in Manhattan) aufgewachsen und ich glaube dort haben jeden Tag mindestens 50 Obdachlose geschlafen. Das war schon irgendwie beunruhigend. Ian's Friends Foundation ist eine Organisation, welche sich für Kinder mit Gehirntumoren einsetzt und ich versuche für dieses Ziel zu werben und die Leute auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Ich engagiere mich auch noch für die Brust Krebs Foundation, welche sich mit der Forschung in diesem Bereich beschäftigt, diese Sache ist mir besonders wichtig, da meine Mutter an Brustkrebs starb. Sie kämpfte bis zu ihrem Tod 12 Jahre lang gegen den Krebs. Ich war sehr froh darüber, dass PokerStars das Million Dollar Turnier veranstaltet, bei welchem alle Gewinne zu wohltätigen Zwecken verwendet werden.
Sein Interview wurde in einem Video mit doppelter Länge aufgezeichnet. Nachfolgend finden Sie die beiden Teile des Interviews mit dem November Nine Finalisten:
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Ed note: Stellen Sie sich vor sie zahlen 50$ ein und erhalten einen Bonus in Höhe von 150%! Kein Problem! Wenn Sie sich über PokerNews bei PokerStars anmelden erhalten Sie einen First Deposit Bonus in Höhe von 100% bis 50$ und zusätzlich 25$ Gratis!



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