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2008 WSOP 'November Nine' Focus: Darus Suharto

Der 39 Jahre alte Buchhalter Darus Suharto spielt seit ca. 3 Jahren in seiner Freizeit Poker. Nach dem ersten Jahr schaffte er es sich durch ein kostenloses Super-Satellite für das WSOP Main Event 2006 zu qualifizieren. Im Main Event belegte er von 8700 Teilnehmern den 448 Platz und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 26.389$. Auch im Jahr 2008 qualifizierte sich Suharto für das Main Event, indem er ein Online Satellite gewann. Er investierte 80$ in einen Qualifier bei PokerStars, welcher ihn für ein 650$ Satellite qualifizierte. Diesen gewann er ebenfalls und sicherte sich auf diesem Weg seinen Sitz im diesjährigen Main Event. Im Main Event schaffte er es sich für den Final Table zu qualifizieren. Da er jetzt schon eine garantierte Gewinnsumme in Höhe von 900.000$ sicher hat, waren die 80$ für den Qualifier wahrlich eine gewinnbringende Investition.

Suharto wurde in Indonesien geboren und siedelte im Kindesalter mit seiner Familie nach Toronto/Kanada aus, wo er auch heute noch lebt. Er arbeitet als Associate Direktor für den Bereich Internal Audit an der York Universität. Er studierte sowohl an der York Universität, als auch an der Universität von Central Arkansas und machte dann seinen MBA an der Universität von Indiana. Er ist außerdem Vorsitzender der Academic Relations of the Institute of Internal Auditors ("IIA") – Toronto Chapter.

Vor seinem Job bei der York Universität, arbeitete Suharto als Audit Manager der Steuerberatung Deloitte & Touche, deshalb kennt er sich mit Zahlen auch bestens aus. Er ist sowohl zertifizierter General Accountant (CGA), als auch zertifizierter Interner Auditor (CIA). Zur Erreichung dieser Zertifizierungen, musste er sein Wissen in diversen Bereichen der Finanzbranche unter Beweis stellen (Buchhaltung, Administration, Gesetze, Finanzwesen und Management).

Er bezeichnet sich selbst als Amateur und sagt, daß Poker sein Lieblingshobby ist. In einem vorherigen Interview mit PokerNews sagte Suharto, daß der Gewinn eines Preisgeldes bei der WSOP 2006 für ihn der größte Glücksfall war, welchen er sich vorstellen kann, da er von sich selbst behauptet er wäre zu diesem Zeitpunkt ein echter "Donkey" gewesen. Er sagt von sich selbst, daß er kein Glücksspieler ist. Er arbeitet schon 13 Jahre lang als Buchhalter und plant auch nicht diesen Job aufzugeben, da er seine Arbeit liebt. Er spielt Poker, weil es ihm Spaß macht und er will zukünftig auch weiterhin nur Poker spielen, weil es Spaß macht.

Auf dem College fing Suharto an aus Spaß an Live Games teilzunehmen. Nachdem ihn ein Freund auf Online Poker aufmerksam gemacht hatte, spielte er in den vergangenen drei Jahren überwiegend im Internet. Er spielt überwiegend an den Wochenenden, insgesamt ca. 15 Stunden in der Woche. Während er im Rahmen der WSOP in Las Vegas war, hat er an keinem weiteren WSOP-Event teilgenommen, aber einige Cash-Games im Caesars Palace gespielt. Am Spieltisch ist Suharto überaus freundlich und still. Passend zu seinem Beruf als Buchhalter, spielt er überaus tight und sehr diszipliniert.

Der Tag 1B beendete er mit 39.675 Chips im unteren Viertel der Rangliste. Am Tag 2 schaffte er es seinen Chip-Stack auf mehr als 129.400 Chips auszubauen und war am Ende des 3. Tages auf 420.500 Chips. Tag 4 beendete er auf Platz 15 von insgesamt 189 verbliebenen Teilnehmern. Am Ende des 5. Tages hatte er noch etwas über 1 Millionen Chips und gehörte somit zu den letzten der Rangliste. An Tag 6 lief es ein wenig besser für ihn und er konnte seinen Chip-Stack fast vervierfachen. Bei seinem Run eliminierte er unter anderem Craig Stein (Q-Q gegen A-J) und Peter Neff (A-J gegen A-9) und hatte ein Double-Up auf Kosten von Chris Klodnicki.

Zum Start des 7. Tages befand sich Suharto auf Position 15 von insgesamt 27 verbliebenen Spielern, sein Chip-Stack betrug 4,5 Millionen Chips. Schon kurz nach dem Start des 7. Tages verlor er in einer Hand gegen Dennis Phillips 1 Millionen Chips, ohne daß es zum Showdown kam. Die Chips gewann er aber kurz danach von Klodnicki zurück – Klodnicki raiste und gab seine Hand auf, als Suharto All-In ging.

Suharto spielte weiterhin sehr aggressiv und schaffte es seinen Stack langsam aber sicher weiter auszubauen. Er eliminierte Aaron Gordon auf Platz 24 und Toni Judet auf Platz 22. Sein Chip-Stack betrug zu diesem Zeitpunkt 13,8 Millionen Chips. Danach verlor er aber einige Hände und sackte auf 7 Millionen ab. Als nächstes konnte er auf Kosten von Joe Bishop verdoppeln (K-K gegen A-Q) und gewann durch einen aggressiven Re-Raise über eine Millionen Chips von Chino Rheem. Als der 10. Spieler ausgeschieden war und die Besetzung des Final Table feststand, war Suharto mit 14.520.000 Chips auf Platz 5.

Er wird als am Final Table zusammen mit Ylon Schwartz von der Position 5 starten, beide Spieler haben 14.520.000 Chips. Im Jahr 2003 schaffte es ein unbekannter Buchhalter sich durch ein PokerStars Satellite für das WSOP Main Event zu qualifizieren und gewann letztendlich das WSOP Main Event. Wird Darus Suharto – ein unbekannter Buchhalter, welcher seinen Sitz im Main Event durch ein PokerStars Satellite gewann – zum neuen Chris Moneymaker werden? Lassen wir uns überraschen.

Darus nahm sich ein wenig Zeit, um sich mit PokerNews ein wenig über seinen Erfolg bei der WSOP und Poker im Allgemeinen zu unterhalten.

PokerNews: Darus, Sie haben sich in zwei von drei Jahren durch ein Online Satellite für das Main Event qualifiziert. Ist der Gewinn eines Sitzes im Main Event eines ihrer Hauptziele oder war der Gewinn der Sitze her durch glückliche Umstände bedingt?

Darus Suharto: Ich spiele Poker nur als Hobby, deswegen ist Poker nicht das wichtigste für mich. Poker zu spielen und dann noch beim WSOP Main Event ist für einen Hobbyspieler wie ich einer bin, unglaublich aufregend. So weit zukommen – ich weiss nicht wie ich es sagen soll, ist einfach unglaublich. Wenn ich mir so meine Ziele beim Pokern vor Augen führe – ich habe im Jahr 2005 angefangen Poker zu spielen und spiele seit dem Jahr 2005 bei PokerStars – eigentlich wollte ich durch Poker nur meine Hypothek abbezahlen können. Das war damals mein Hauptziel!

PN: In Toronto leben eine Menge sehr guter High Profile Poker-Pros. Waren diese Spieler, oder irgendein anderer Spieler, Vorbilder für Sie?

Suharto: Daniel Negreanu, absolute! Jederman liebt ihn. Er spielt in einer anderen Liga, als die anderen PokerPros. Ich liebe Daniel – sein Benehmen am Spieltisch – er ist einfach nur sehr gut. Er macht alles Live, er ist ein Entertainer und das perfekte Modell eines Poker-Spielers. Ich schaue absolut zu ihm auf. Sein Stil, die Art und Weise, wie er spielt und mein Stil ist sind völlig unterschiedlich. Sie können mich und Daniel also in keiner Weise vergleichen.

PN: Viele Online Events zeichnen sich mittlerweile durch sehr große Teilnehmerzahlen aus, ähnlich wie bei Liveturnieren, wie z.B. das WSOP-Main Event. Was sind für Sie die Gemeinsamkeiten und wo liegen die Unterschiede?

Suharto: Online erscheint mir ein wenig schwieriger, da viele Spieler dazu tendieren, mehr zu gamblen und mir Ihr A-Q oder A-J zeigen, während die Spieler bei Live Turnieren vorsichtiger spielen. Ich liebe die Strukturen bei Live-Turnieren; man kann sich Zeit nehmen, man muss keine überstürzten Entscheidungen treffen, man kann auch mal eine gute Hand wegwerfen und es trotzdem bis nach ganz vorne schaffen. Bei Online Turnieren sind die Strukturen schneller und man muss mehr gamblen. Da ich einen festen Job habe, kann ich nicht wirklich an vielen Live-Turnieren teilnehmen. Das Main Event 2008 war mein zweites großes Turnier!

PN: Sie setzen die Messlatte für alle ihre Nachfolger relativ hoch!

Suharto: Ich bin natürlich sehr stolz, daß ich jetzt für manche Spieler schon ein Vorbild bin. Ich bemühe mich ein gutes Vorbild für alle anderen Spieler zu sein, welche wie ich nur aus Spaß Poker spielen. Ich spiele meistens am Wochenende, so 15 bis 20 Stunden pro Woche insgesamt. Poker ist einfach ein unglaubliches Spiel! Jeder kann gewinnen. Hoffentlich gelingt es mir, andere zu inspirieren. Chris Moneymaker hat es auf jeden Fall geschafft, andere zu inspirieren. Wenn ich das auch schaffe, wird das für die Online Poker Spieler sehr positiv sein.

PN: Wenn Sie das Main Event gewinnen sollten, sind Sie nicht der erste Buchhalter, welcher es geschafft hat. Hatte die Tatsache, daß Chris Moneymaker das Main Event im Jahr 2003 gewonnen hatte, Einfluss auf ihre Entscheidung ebenfalls Poker zu spielen?

Suharto: Wenn ich ehrlich bin, hatte ich zu Beginn (im Jahr 2005) keine Ahnung, was die WSOP oder Chris Moneymaker angeht. Ich meldete mich bei PokerStars an und sah überall nur WSOP. Ich fragte mich, was ist das? Deshalb habe ich mich etwas genauer informiert und erfahren, daß die WSOP das größte Live-Event überhaupt ist. Ich spielte einfach mal bei denm Satellites mit und habe meinen Sitz gewonnen. Die Leute erzählten mir immer wieder Geschichten über diesen Chris Moneymaker. Deshalb habe ich mir seine Geschichte mal etwas genauer angesehen und ich entdeckte, daß er aus 39$ Einsatz 2,5 Millionen Dollar gemacht hat. "Wow": dachte ich, es gibt noch Hoffnung und außerdem war er ebenfalls Buchhalter – möchten Sie noch was Lustiges zu dieser Sache hören? Ich traf Chris Moneymaker bei der EPT in London. Er sprach mit mir und ich sagte:" Ich bin ein Buchhalter" und Chris sagte: "Bist Du der andere Buchhalter am Final Table?". Wir unterhielten uns noch eine Weile und er fragte mich für welche Firma ich arbeiten würde, ich antwortete ihm, daß ich drei Jahre für Deloitte und Touche gearbeitet hätte. Das lustige an der Sache ist, daß Chris sagte er hätte ebenfalls für Deloitte und Touche gearbeitet und zwar 3 Jahre lang. "Oh mein Gott" sagte ich "wir sind Brüder!".

PN: Sie haben gesagt, daß Sie ihren Beruf lieben und nicht vorhaben Ihre Karriere als Buchhalter zu beenden. Können Sie wirklich Iihren Beruf mit der Berühmtheit und dem Reichtum, welchen der Main Event Titel Ihnen bringen würde, vereinbaren?

Suharto: 9 Millionen Dollar sind eine Menge Geld. Ich müsste mir mit Sicherheit keine Sorgen mehr darüber machen, wie ich meine Rechnungen bezahle. Ich liebe meinen Job und ich liebe die Leute mit denen ich zusammen arbeite – es sind einfach wundervolle Menschen. Ich habe das Beste, was man haben kann – einen sehr guten Job mit überaus netten Kollegen. Andererseits muss ich mir überlegen, ob ich noch jeden Morgen früh aufstehen möchte um zur Arbeit zu gehen, wenn ich soviel Geld hätte? Ich weiss es nicht. Warten wir mal ab was passiert und ich werde mir später Gedanken darüber machen - wenn es soweit ist. (*Lacht*)

PN: Die Sache mit dem Coaching im Bezug auf die November Nine wird immer wieder heftig diskutiert. Was denken Sie darüber, wenn sich ein Spieler mittels eines Coaches für das große Finale vorbereiten lässt?

Suharto: Ich persönlich bin der Meinung, daß ich immer von anderen Spielern lernen kann, von jedem Spieler, aber im speziellen aber von Poker-Pros mit einer Menge Erfahrung. Ich finde daß am Coaching nichts Falsches ist. Es kann mich eigentlich nur weiter bringen. Das bedeutet nicht, daß ich alles genau so machen muss, wie mein Coach es mir beibringt. Ich meine damit, daß ich meinen eigenen Stil habe. Ich bin Mitglied bei Poker Xfactor und arbeite mit Eric Lynch zusammen. Ich sehe mir die Videos an und analysiere Hände. Ich sehe mir meine Hände an und sehe mir meine Hand-History an, damit ich erkennen kann, was ich besser machen könnte. Ich arbeite wie gesagt eng mit Lynch zusammen und mache mit ihm öfters ein Brainstorming im Bezug auf mein Spiel und das ist wirklich eine gute Sache. .

PN: Hat es ihr Leben verändert, daß Sie zu den November Nine gehören?

Suharto: Ich flog am 16.Juli in Las Vegas ab und kam am 17.Juli in Toronto an. Ich ging am nächsten Tag schon wieder normal arbeiten und habe auch während der letzten 2 Monate ganz normal gearbeitet – ich bin ja schließlich kein hauptberuflicher Pokerspieler. So ca. 4 Wochen vor dem Start des Final Table, habe ich angefangen mich auf das Spiel vorzubereiten. Das ist alles, was ich bis jetzt gemacht habe.

Nachfolgend finden Sie das Video zum aktuellen PokerNews Interview mit Darus:

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