Und es geht weiter mit unserer Poker-Profi Porträt Serie: Diesmal interessieren wir uns für Martin Kläser. Er ist bereits der dritte Deutsche, der siegreich einen Final-Table der WSOP 2008 beenden konnte. Kläser hat das Event #43 "Pot-Limit Omaha Hi-low Split-8 or Better" gewonnen und ist dabei gegen Routiniés wie Erik Seidel, Joe Hachem oder Brent Carter angetreten.
Das Überraschende bei Martin Kläser ist nicht nur, dass der gebürtige Kölscher Jung erst 21 Jahre alt ist, sondern dass er erst seit 2006 das Pokerspiel ernsthaft betreibt.
Manch einer könnte jetzt glauben, dass sein Sieg bei der WSOP ein
Anfänger-Glückstreffer sei. Dem ist aber nicht so, wenngleich man zugeben muss, dass es erst Kläsers erste Teilnahme an der WSOP ist.
Denn schon letztes Jahr ist der der zarte Blonde schon bei einem internationalen Turnier aufgefallen, nämlich bei der „FullTilt Poker Million Euro Challenge". Er hat sich bei einem Freerolll bei „FullTilt" gegen 40.000 Teilnehmer/innen durchgesetzt und durfte somit beim Turnier in Köln teilnehmen, dass er auch prompt gewonnen hatte. Das hat ihm eine Teilnahme beim Finaltisch beschert. Dieses Endspiel wurde vom DSF auch ausgestrahlt. An diesem Finaltisch hat er nicht nur sein Vorbild Chris „Jesus" Ferguson besiegt, sondern auch Gus Hansen. Das Preisgeld? Nun ja, satte € 350.000,-, - ein äußerst respektables Preisgeld für jemanden der sich, zu diesem Zeitpunkt, gerade mal nur ein Jahr so richtig Poker gewidmet hat und überhaupt sein zweites Turnier spielt! Sein Sieg hat ihn auch gleich zum jüngsten Mitglied der „FullTilt Poker" Pros gemacht.
Wie viele Jungstars hat auch Martin Kläser im Internet begonnen. Da hat er noch an der Universität für Angewandte Wissenschaften in Rheinbach Materialwissenschaften, mit Grundlage auf Chemie Biologie und Mathematik, studiert. Sein Vater kennt sich aus in der Welt des Glücksspiels, denn der betreibt in Köln eine Sportkneipe und unterstützt seinen talentierten Sohn gerne mit Tipps und Tricks.
Ende 2006 hat es Kläser dann gewagt, sein erstes Live-Turnier zu spielen, das war in Köln, und er hat es prompt bis zum Final Table geschafft. Genug positive Motivation um im Online-Game die Skills zu verbessern. Viele Stunden am Tag widmet sich Kläser seither dem Pokerspiel, studiert seine Gegner und verfeinert seine Strategie. Sein Durchhaltevermögen zahlt sich mittlerweile wirklich aus, denn Event #43 bei der WSOP war wirklich das erste Spiel, bei dem er, in der größten Turnierserie der Welt, teilgenommen hatte. Und dann gleich der erste Platz. Das hätte selbst er nicht zu hoffen gewagt, dass er sich im Live-Turnier auf Anhieb gegen 720 Teilnehmer/innen durchsetzen konnte. Und das obwohl er eigentlich im No-Limit Hold'em zu Hause ist und nicht so sehr im Pot-Limit Omaha Hi-low. Diese Pokervariante spielt er übrigens erst seit kurzem – nämlich nicht länger als ein ¾ Jahr.
Trotz flatternder Nerven gelang es ihm Casey Kastle im Heads-up zu schlagen. Der US-amerikanische Pokerspieler Kastle hatte sich erst Ende April den Titel „Lord of Poker" beim European Poker Championship (EPC) im Poker Royale in Wiener Neustadt (Österreich) gesichert. Ein ernst zu nehmender Gegner. Dennoch gibt Kläser in einem Interview bekannt, dass er wusste, dass er siegen würde, als er ins Heads-up gegangen war. Eine gute Portion Selbstbewusstsein hilft immer am Pokertisch, vielleicht ein Tipp von Papa Kläser?
Nach nur insgesamt drei gespielten Live-Turnier-Events darf Kläser auf eine beachtliche Bilanz zurückblicken. Man wird sehen ob sich der Newcomer in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird und er dem steigenden Erfolgsdruck auch gewachsen ist.
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