Ergebnisse der „Responsible Gaming Academy"
Mai 04, 2008, Lisa Horn

Ende April hat die fünfte „Responsible Gaming Academy" statt gefunden. Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für Suchtverhalten und Prävention zu stärken – mit dabei 219 Teilnehmer/innen hauptsächlich von den Casinos Austria und zahlreiche Sucht-Experten.
Wie entsteht Spielsucht und was kann ein Casino zur Prävention tun? Dieser Frage ging die fünfte Konferenz mit dem Titel „Responsible Gaming Academy" in Wien nach.
Das Ergebnis war nicht überraschend, denn das größte Spielsucht Potential bergen die Spielautomaten. Oberarzt Dr. Roland Mader meinte gegenüber der APA (Austrian Press Agency), dass vor allem die hohe Ereignisfrequenz, das häufige Auftreten von Beinahe-Gewinnen sowie optische und akustische Signaleffekte das wirklich gefährliche bei Automatenspielen seien. Der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie am Anton Proksch Institut beschäftigt sich schon seit Jahren intensiv mit Suchtverhalten und der Diagnose, dem Verlauf und der Therapie bei pathologischem Suchtverhalten.
Bei seinen Patienten gaben 70% an, dass Spielautomaten das größte Problem beim „aufhören" darstellen, im Gegensatz dazu seien nur 27% beim Roulette gefährdet. Poker beinhaltet ein noch geringeres Suchtpotential bzw. seien die Auswirkungen auf das Leben der Spielsüchtigen in einer weniger gravierenden Form, wie es bei Spielautomaten der Fall sei. Das geringste Suchtpotential würden Lotto- und Totospiele darstellen, nur 6% seien davon betroffen.
Prof. Dr. Mark Griffiths ist Psychologe und Inhaber von Europas einzigem Lehrstuhl für Glücksspielforschung an der Nottingham Trent University in Großbritannien. Auch er stimmte den Ergebnissen von Dr. Mader zu, und stellte gleichzeitig ein neues Mess- und Testverfahren vor, dass die verschiedenen Formen von Glücksspiel besser aufgliedern und bewerten könnte – das „GAM-GaRD" heißt übersetzt „Gaming Assessment Measure – Guidance about Responsible Design".
Die Ergebnisse von 10 Jahren Forschung präsentierte Jon E. Kelly, der CEO des Responsible Gaming Councils von Ontario/Kanada. Dabei ging es hauptsächlich um die Fragestellung zu Spielsucht und seine Bewertung.
Der Andrang bei der Konferenz war größer denn je, laut APA hatten 219 Teilnehmer/innen die „Responsible Gaming Academy" besucht – die meisten waren Mitarbeiter der Casinos Austria, den österreichischen Lotterien und WINWIN.
Durch diese Veranstaltung soll das Bewusstsein für Spielsucht und seine Problematik geschult werden, sodass die Mitarbeiter von Casinos auffälliges Verhalten besser erkennen und eingreifen können. Diese Aufgabe sollte in einem Glücksspiel-Monopol wie in Österreich ernst genommen werden, mit der „Responsible Gaming Academy" erhofft man sich, neue Lösungen aufzeigen zu können.
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