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Zwei weitere Führungskräfte verlassen die "Svenska Spel"

Ende April hat Jesper Kärrbrink die Svenska Spel als CEO verlassen, jetzt gibt es mit dem Austritt von Mathias Hedlund und Annica Axelsson zwei weitere Führungskräfte, die das Unternehmen aus eigenen Stücken verlassen.

Der schwedische Monopol-Glücksspielanbieter „Svenska Spel" kommt nicht zur Ruhe, seit Monaten rumort es nicht nur rechtlich im hohen Norden, sondern auch innerbetrieblich bleibt kein Stein auf dem Anderen. Nach dem Rücktritt von Jesper Kärrbrink, verlassen nun zwei weitere Führungskräfte das Unternehmen.

Grund dafür ist der neue Kurs des Unternehmens. Den Posten als Aufsichtsratsvorsitzende und Unternehmensleiter übernimmt nun Margareta Winberg. Die Sozialdemokratin war von 2002 bis 2003 stellvertretende Premierministerin Schwedens. Ihr neues Ziel für die Svenska Spel ist es, die Spieler/innen vom Spielen abzuhalten und nicht aufzufordern. Dabei kritisiert sie den Kurs ihres Vorgängers Kärrbrink, dem sie vorwirft die Angebote ausgebaut zu haben und die Menschen zum Glücksspiel aufgefordert zu haben. Mehr soziales Engagement und Spielerschutz, weniger wirtschaftsorientiertes Handeln.

Der Chef der Internet-, Telefon- und Wettabteilung, Mathias Hedlund, sieht in den neuen Strategien der Svenska Spel, wenig Wachtumspotential. Aufgrund der immer stärker werdenden Interventionen seitens der Europäischen Union, verstärkt der schwedische Staat den Druck auf die Svenska Spel – mehr Verantwortung im Spielerschutz, bessere Kontrollmechanismen.

Aus wirtschaftlicher Sicht, ist dieses Vorgehen für Hedlund kontraproduktiv: „Das Ziel der Svenska Spel hat sich geändert. Ich würde gerne einen Weg gehen, der das Unternehmen einerseits wettbewerbsfähig hält und andererseits aber auch verantwortungsvoll mit den Kunden umgeht. Mit der neuen Geschäftsstrategie hat das aber nichts mehr gemein, deshalb bin ich nicht mehr der Richtige für meinen Job."

Ähnlich sieht das Annica Axelsson, Leiterin der Abteilung für Bingo, Casino und Restaurants der Svenska Spel. Auch sieht in Winbergs Neuerungen keine rosige Zukunft für das Unternehmen.

Die Grätsche zwischen Verantwortung und Wirtschaft scheint für die monopolistischen Glücksspielanbieter immer mehr zum Problem zu werden. Würden sie den Profit orientierten Kurs beibehalten, so würde das ihr Monopol nicht mehr rechtfertigen und müssten dem Druck der EU nachgeben. Wird die Unternehmensphilosophie, wie bei Svenska Spel, aber derart auf soziale Verantwortung ausgerichtet, dann könnte die Gefahr bestehen nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein.
Daher bleibt die Frage offen, wo liegt die goldene Mitte?

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