Das PokerNews Interview: Jennifer 'Jennicide' Leigh
April 06, 2008, Amy Calistri

In dieser Woche wird die Online Poker Spielerin Jennifer "Jennicide" Leigh in der aktuellen Ausgabe des Playboys zu sehen sein. PokerNews schaffte es noch kurz vor dem Erscheinen der Ausgabe ein Interview mit Jennifer zu arrangieren [Anmerkung der Redaktion: Die Bilder finden Sie mittlerweile bereits Online bei playboydigital.com]
PN: Bald ist es soweit und die Playboyausgabe mit ihren Bildern wird erscheinen. Wie fühlen Sie sich dabei?
JL: Ich habe die Bilder bereits gesehen. Sie wissen ja, daß ich der Meinung bin, daß ich nicht unbedingt den weltbesten Körper habe. Ich bin relativ kurvig. Ich habe ausladende Hüften. Ich habe keinen athletischen Körper bzw. eine Modellfigur oder so was in die Richtung. Aber durch die Erfahrungen mit dem Playboy fühle ich mich ungezwungener und selbstsicherer. Ich hatte mal ein unangenehmes Erlebnis bei einem Unterwäsche Photoshooting. Es handelte sich dabei um eine offene Fotosession und ich trug einen Tanga, ich erinnere mich noch sehr gut daran, daß ich mich entblößt fühlte und nur den einen Wunsch hatte, nämlich mich zu bedecken. Aber die Sache mit dem Playboy war wunderbar. Der Photograph Arny Freytag und alle anderen Mitarbeiter des Playboys mit denen ich zu tun hatte, waren einfach nur großartig und sehr verständnisvoll. Sie sprachen sehr viel mit mir und gaben mir Zeit um mich an die Situation zu gewöhnen. Als ich letztendlich die Bilder gesehen habe, sagte ich einfach nur: "Wow". Mir hat es aber auch sehr gut gefallen, daß in dem Bericht über Online Poker und über die UIGEA gesprochen wurde. Es ist mit sehr wichtig, daß die Leute wissen was beim Online Poker abgeht.
PN: Oft schrecken Leute davor zurück, das zu tun, was Sie getan haben, da sie der Meinung sind, daß sie danach nicht mehr Ernst genommen werden und weil ihre Karriere dadurch beeinträchtigt werden könnte. Hatten Sie sich darüber Gedanken gemacht?
JL: Ich habe mein College abgebrochen und meinen Traum aufgegeben Rechtsanwältin zu werden. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen zurück ans Gericht zu wollen. Ihr wisst ja, ich bin eine Glücksspielerin. Es wird immer wieder behauptet, daß die Ablichtung im Playboy für einige Karrieren sehr hilfreich war. Ich denke auch, daß es eine gute Möglichkeit ist die Karriere zu pushen. Pamela Anderson und Shannon Elizabeth haben ebenfalls für den Playboy gepost. Letztendlich sind wir doch alle Nackt geboren worden. Der Playboy ist zeitlos. Ich denke es handelt sich dabei um eine ganz spezielle Kunstform – eine Hommage auf den weiblichen Körper.
PN: Sie sind in einigen Online Poker Foren sehr aktiv und du weist, wie kritisch das werden kann. Wie denkst du, werden die Reaktionen in den Foren, im Bezug auf deine Playboy Aufnahmen sein?
JL: Ich bin mir nicht sicher, was sie sagen werden, aber darüber mache ich mir auch keine Sorgen. Ich weis, daß es in den Foren viele Leute geben wird, welche die Sache mit dem Playboy verurteilen werden, aber das ist für mich OK. Ich möchte damit sagen, daß die Einzigen, welche sich ein Urteil darüber erlauben könnten, ich in meiner Person und (sie kichert) vielleicht meine Haustiere, sind. Wenn ich einen Wunsch im Bezug auf die Foren hätte, dann würde ich mir wünschen, daß die Leute dort sich weniger Gedanken darüber machen sollten, wer mit wem ins Bett geht und mehr Zeit damit verbringen sollten, um für ihre Rechte als Pokerspieler einzutreten. Ich weis, daß der Klatsch und Tratsch in den Foren sehr unterhaltsam sein kann, ich denke aber, daß es sehr wichtig ist zu wissen, was in der Szene passiert.
Ich wünschte mir, daß die Online Spielern und die Leuten, welche in den Foren aktiv sind, sich mehr für die Dinge einsetzen würden, an welche sie glauben. Sie beschweren sich über die UIGEA und wie schwer es geworden ist Geld einzuzahlen, aber sie müssen endlich mal damit anfangen etwas dagegen zu tun. Die Leute sollten anfangen und mit Organisationen, wie z.B. der Poker Player Allianz zusammenzuarbeiten. Es ist ein Wahljahr. Wir sind im Informationszeitalter. Es gibt eine Menge Wege für die Leute, um sich daran zu beteiligen. Die IGREA ist ein hervorragendes Gesetz für Online Poker und die Spieler sollten dieses Gesetz unterstützen. Manchmal denke ich, daß wir uns zu sehr auf die negativen Sachen in der Glücksspielszene fokussieren.
PN: Was machen Sie den momentan so in Sachen Poker? Spielst Du immer noch Online? Sind die Spiele an sich gleich geblieben oder sind sie härter geworden? Planst Du dieses Jahr an der WSOP teilzunehmen?
JL: Ich spiele immer noch sehr oft Online. Ich spiele auf in einer Menge neuer und unterschiedlicher Poker-Rooms. Ich werde nicht jedem erzählen, wo ich genau spiele und in welchen Limits. Es ist mir egal, wenn Turnierergebnisse veröffentlicht werden, aber ich hasse es wenn meine Online Cash Ergebnisse veröffentlicht werden. Ich meine, damit verdiene ich mein Geld. Und ja, die Cash Games sind ein wenig "slower" als sonst, ich vermisse wirklich die "Fische".
Ich möchte dieses Jahr an der WSOP teilnehmen. Letzte Jahr hatte ich eine Menge gesundheitlicher Probleme und konnte deswegen nicht mitspielen. Ich habe hart daran gearbeitet um meine Gesundheit wieder herzustellen. Man benötigt eine Menge Kraft, um 8 bis 10 Stunden Poker am Tag zu spielen und es zahlt sich nicht aus zu spielen, wenn man sich nicht gut fühlt. Ich habe das einmal gemacht. An den Bahamas habe ich teilgenommen, obwohl ich Fieber hatte, ich schaffte es "ITM", das war aber schon alles, was ich erreichen konnte. Die meiste Zeit lag ich mit meinem Kopf auf dem Spieltisch. Ich freue mich schon sehr darauf bei der diesjährigen WSOP mit zuspielen. Vielleicht können wir ja zusammen essen gehen, nachdem ich mein Bracelet gewonnen habe.
PN: Wie geht es für Dich weiter? Möchtest Du die nächsten 20 Jahre Poker spielen? Wirst Du deinen Enkelkindern die Bilder aus dem Playboy zeigen?
JL: Ich bin mir sicher, daß ich zukünftig Online Poker spielen werde oder was auch immer das nächste Level der "Virtual Reality" sein wird. In liebe das was ich mache wirklich. Wenn ich verliere oder aus einem Turnier fliege, dann bin ich die einzige Person, welcher es wehtut. Ich liebe die Gesetze und ich liebe die Psychologie. Wenn ich aber einen Fall verlieren würde oder einem Patienten nicht helfen könnte, würde ich sicher eine Nacht lang nicht schlafen können. Es wäre sehr hart für mich, wenn ich Geschäfte machen müsste, unter welchen andere Leute leiden müssten. So bin ich nur für mich selbst verantwortlich, egal ob ich gewinne oder verliere.
Egal wie es mit mir zukünftig weitergeht, ich denke nie weiter als 3 oder 4 Monate in die Zukunft. Wenn ich einmal Enkelkinder habe und diese über 18 Jahre alt sind, werde ich ihnen die Bilder vielleicht zeigen. Sobald ich die Bilder habe, werde ich sie meiner Großmutter zeigen. Der Playboy ist ein wundervolles Magazin; er gehört zur amerikanischen Geschichte und ist ein Stück der amerikanischen Kultur.
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