News | Poker und Recht

Wird in der Kirche bald gepokert?

Im Prinzip ist es in den USA nicht erlaubt mit seinen Freunden eine private Pokerrunde zu spielen, aber in South Carolina schlägt ein neuer Gesetzesentwurf vor, dass es Kirchengemeinden erlaubt ist Texas Hold'em Turniere zu veranstalten. Seit Anfang des Monats wird im Senat über diese Ausnahmeregelung verhandelt.

Ein neues Gesetz soll erlauben, dass Kirchengemeinden oder andere Non-Profit Organisationen, entgegen einem 200 Jahre alten Gesetzt das Karten- und Würfelspiele verbietet, Pokerspiele abzuhalten. Five Card Draw, Seven Card Stud und Texas Hold'em werden in diesem Gesetz dezidiert angesprochen und sollen dem Zweck dienen Spendengelder zu lukrieren.

In der Tageszeitung „The Post and Courier" (Charleston, South Carolina) meint Senator Paul Campbell zum Gesetzesentwurf: „Wenn damit Geld für Charity gesammelt werden kann, dann habe ich damit kein Problem." Keiner der Senatsmitglieder hatte bei den bisherigen Verhandlungen etwas gegen den Vorschlag einzuwenden.

Bei einigen Charity-Organisationen, wie dem Rotary Club in Charleston, stößt diese Idee auf Zustimmung: „Das ist ein interessanter Vorschlag und ich denke, dass einige Organisationen diese Möglichkeit nutzen werden, auch wir würden uns das überlegen," so Andy Brack Präsident des Rotary Clubs. Dennoch will sich der Club nicht nur auf Pokerveranstaltungen verlassen, falls das Gesetzt tatsächlich verabschiedet wird. Bei der diesjährigen Charity-Auktion wurden mehr als $ 70.000,- gesammelt, auf solch lukrative Veranstaltungen soll auch in Zukunft nicht verzichtet werden.

Obwohl sich das Pokerspiel in den USA trotz des Unlawful Internet Gambling Enforcement Acts (UIGEA) immer noch größter Beliebtheit erfreut, gibt es natürlich nicht zur Zustimmung. Vor allem Vertreter der Kirchengemeinden sind über diese Idee schockiert. Reverend Stephen Singleton ist Pastor der Emanuel AME Kirche in Charleston. Er lehnt diese Idee vehement ab: „Ich bin total dagegen, das ist kein biblischer Weg um die Worte Gottes zu predigen. Ich habe zwar kein Problem im Bezug auf jegliche Veranstaltungen, die Geld für die Kirche bringen, aber wenn wir jetzt auch noch Glücksspiele veranstalten, dann können wir doch gleich ein Casino eröffnen."

Der Staat South Carolina in den USA zählt zu den sogenannten „Bible Belt" Staaten, jenen also in denen die Kirche großen Einfluss auf die Bevölkerung und Politik hat. Das verblüffende an der geplanten Gesetzesänderung ist die Tatsache, dass Kartenspiele nur innerhalb von kirchlichen oder Charity-Veranstaltungen erlaubt werden sollen. Das heißt, dass sogar ein privater Kartenabend im Freundeskreis eine illegale Handlung darstellt.
Vielleicht würde die Kirche aufgrund des „Poker-Gesetzes" einen regen Zustrom erleben? Sonntags in die Kirche um zu Pokern? Der Beschluss ob das Gesetz wirklich verabschiedet wird, soll Anfang März fallen.

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