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„Chinesisches Poker" – voll im Trend

Es gibt unzählige Poker-Varianten, Texas Hold'em gilt als eine der Populärsten. Trends kommen und gehen und so drängt sich eine neue Poker-Version immer mehr in die Beliebtheitsskala: „Chinesisches Poker".

Wie der Name schon verrät war/ist diese Variante bei Einwanderern aus China sehr beliebt. Gegenüber Texas Hold'em ist hier der Skill-Faktor eher niedrig, das macht „Chinesisches Poker" sehr brisant. Erst kürzlich hat sich Phil Hellmuth mit einer halben Million Dollar die Finger verbrannt. In nur einer Nacht hat er diese Summe gegen Phil Ivey und Patrik Antonius verloren. Diese Niederlage unterstreicht Hellmuths Standardsatz: „Wenn beim Pokern kein Glück beteiligt wäre, dann würde ich gegen Jeden gewinnen." Nur zu dumm, dass gerade beim „Chinesischen Poker" der Faktor „Glück" hoch ist.

Bei großen Turnieren spielen Poker-Pros immer wieder gerne diese Pokerversion.

Trotz gebotener Vorsicht kann diese Variante aber wirklich Spaß machen und spannend sein. Und genau aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle die Regeln genauer vorstellen.

Bei jedem Spiel sind maximal vier Personen zulässig, gespielt wird pro Person mit 13 Karten. Diese teilen sich pro Spieler/in in drei Reihen/Hände auf, die so genannte „Front-", „Middle-" und „Backhand".

Diese Karten sind nicht austauschbar, und man kann diese aus den 13 Karten nach folgenden Kritierien bilden. Back- und Middlehand müssen aus fünf Karten bestehen, die Fronthand nur aus drei Karten. Das bestmögliche Blatt muss sich in der Backhand befinden, in der Fronhand die schwächste Kombination. Da die Fronthand nur aus drei Karten besteht sind die Kombinationsmöglichkeiten auf einen Drillinge, ein Paar und eine High-Card limitiert.

Jede/r Spieler/in muss diese drei Reihen verdeckt vor sich platzieren. Normalerweise ist es nicht möglich aus dem Spiel auszusteigen, also die Karten zu folden. Dennoch gibt es immer wieder Ausnahmen. Einigen sich die Teilnehmer/innen auf eine „fold" Möglichkeit dann wird angesagt ob man dabei ist oder nicht. Bei einem Ausstieg verliert man automatisch seinen Grundeinsatz. Das kann insofern hilfreich sein, weil man bei einem Spiel vielleicht noch mehr verloren hätte.

In der Regel wird nach der Scoring-Methode „2-4" gespielt, hier wird jede Hand extra bewertet. Schlagen zwei der eigenen Hände die zwei Hände des Gegners, dann gewinnt man zwei Punkte und dem Verlierer werden zwei Punkt abgezogen. Gewinnt man alle drei Hände, dann erhält man vier Punkte und dem Verlierer werden vier Punkte abgezogen. Generell gilt – ein Spieler kann drei zu null gewinnen, drei zu null verlieren oder zwei zu eins gewinnen oder verlieren.
Auch Bonuspunkte sind bei gewissen Händen möglich, das ist aber variabel und von Spiel zu Spiel verschieden.

Das klingt jetzt vielleicht alles verwirrend und kompliziert, aber veranschaulicht man sich diese Regeln an einem Beispiel, dann wird schnell klar wie „Chinesisches Poker" funktioniert.

Spieler 1:
Backhand: Ad Jd 9d 5d 4d (Ace High Flush)
Middlehand: 2d 3h 4c 5s 6h (6 high Straight)
Fronthand: Kc Js 9s (King-high, Jack Kicker)

Spieler 2:
Backhand: 2h 3s 4s 5h 6s (6 high Straight)
Middlehand: Ac Ah Th 6c 5c (Pair of Aces)
Fronthand: 7h 7s Qc (pair of Sevens)

Spieler 3:
Backhand: Kh Kd Ks 2c 2d (Kings full)
Middlehand: Ts Tc Td 9c 4h (Trip Tens)
Fronthand: 3c 3d Qd (Pair of Threes)

Spieler 4:
Backhand: 8d 8c 8s 8h 6s (Quad Eights)
Middlehand: Jh Jc 7c 7d As (Jacks and Sevens)
Fronthand: Qs Qh 9h (pair of Queens)

Daraus ergibt sich folgendes Bild:

Spieler 1 vs. Spieler 2:
Backhand: Flush von Spieler 1 schlägt Straight von Spieler 2
Middlehand: Straight von Spieler 1 schlägt Ass-Paar von Spieler 2
Fronthand: Siebenerpaar von Spieler 2 schlägt King High von Spieler 1.
Resultat: Spieler 1 gewinnt 2 Punkte, Spieler 2 verliert 2 Punkte.

Spieler 1 vs. Spieler 3:
Backhand: Full House von Spieler 3 schlägt Flush von Spieler 1
Middlehand: Straight von Spieler 1 schlägt Trips von Spieler 3
Fronthand: Dreierpaar von Spieler 3 schlägt King High von Spieler 1.
Resultat: Spieler 3 gewinnt 2 Punkte, Spieler 1 verliert 2 Punkte.

Spieler 1 vs. Spieler 4:
Backhand: Quad Eights von Spieler 4 schlägt Flush von Spieler 1
Middlehand: Straight von Spieler 1 schlägt Two Pair von Spieler 4
Fronthand: Damenpaar von Spieler 4 schlägt King High von Spieler 1.
Resultat: Spieler 4 gewinnt 2 Punkte, Spieler 1 verliert 2 Punkte.

Spieler 2 vs. Spieler 3:
Backhand: Full House von Spieler 3 schlägt Straight von Spieler 2
Middlehand: Trip Tens von Spieler 3 schlägt Ass-Paar von Spieler 2
Fronthand: Siebenerpaar von Spieler 2 schlägt Dreierpaar von Spieler 3.
Resultat: Spieler 3 gewinnt 2 Punkte, Spieler 2 verliert 2 Punkte.

Spieler 2 vs. Spieler 4:
Backhand: Quad Eights von Spieler 4 schlägt Straight von Spieler 2
Middlehand: Two Pair von Spieler 4 schlägt Ass-Paar von Spieler 2
Fronthand: Damenpaar von Spieler 4 schlägt Siebenerpaar von Spieler 2.
Resultat: Spieler 4 gewinnt 4 Punkte, Spieler 2 verliert 4 Punkte.

Spieler 3 vs. Spieler 4:
Backhand: Quad Eights von Spieler 4 schlägt Full House von Spieler 3
Middlehand: Trip Tens von Spieler 3 schlägt Two Pair von Spieler 4
Fronthand: Damenpaar von Spieler 4 schlägt Dreierpaar von Spieler 3.
Resultat: Spieler 4 gewinnt 2 Punkte, Spieler 3 verliert 2 Punkte.

Das ergibt folgende Berechnung bzw. Punktestand:
Spieler 1: (+2, -2, -2) total= -2
Spieler 2: (-2, -2, -4) total= -8
Spieler 3: (+2, +2, -2) total= +2
Spieler 4: (+2, +4, +2) total= +8

(Beispielquelle: pokernews24.com)

In der Praxis ist „Chinesisches Poker" also leicht verständlich.

Das Kartenspiel „Tichu" wird gerne mit „Chinesischen Poker" gleichgesetzt, weil die Spielregeln so gut wie ident sind. Dennoch ist bei „Tichu" kein Geldeinsatz im Vordergrund – ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Kartenspielen.

Online ist „Chinesisches Poker" auch unter dem Namen „Xap Xap" oder „russisches Poker" bekannt.

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